Alarmierend: Jeder sechste Vogel in der EU ist verschwunden

Studie zeigt enorme Rückgänge

Foto: Lutz Klapp/www.naturgucker.de

EUROPA (red). Die Zahl der Vögel in der Europäischen Union nimmt seit 1980 rapide ab. Über 600 Millionen Tiere sind seither verschwunden, wie eine aktuelle Auswertung zeigt. In den vergangenen 40 Jahren ist die Zahl der Brutvögel in Europa enorm zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle wissenschaftliche Studie*. Demnach sind seit 1980 zwischen 18 und 19 Prozent, also rund 600 Millionen Brutvögel, verloren gegangen. Betroffen sind vor allem Sperlinge, Finken und Lerchen. Laut Studie verschwanden in dem untersuchten Zeitraum etwa 900 Millionen Vögel. Dem gegenüber steht eine Zunahme von etwa 340 Millionen Exemplaren bei anderen Arten. Am stärksten betroffen ist der Haussperling. In Europa hat der Spatz seit 1980 die Hälfte seines Bestands eingebüßt, insgesamt 247 Millionen Vögel. In Deutschland aber hat sich sein Bestand zuletzt stabilisiert. Auch Schafstelze (97 Millionen Tiere weniger), Star (75 Millionen) und Feldlerche (68 Millionen) verzeichnen große Rückgänge ihrer Populationen. Beim Rückgang der Haussperlingspopulation sind vor allem Nahrungsmangel und Luftverschmutzung in vielen Städten mutmaßliche Ursachen, er ist aber auch von Veränderungen in der Agrarpolitik und -bewirtschaftung betroffen. Der Spatz teilt damit sein Leid mit fast allen anderen Top-Platzierten. Der Verlust von häufigen Arten gibt Anlass zur Sorge, da er Schäden an unseren Ökosystemen und ihren Funktionen mit sich bringt.

Foto: Lutz Klapp/www.naturgucker.de