Andachtsbereich mit Dornbusch wird in der Klosterkirche nach langer Vorplanung feierlich eingeweiht

BARSINGHAUSEN (red).

“Gut Ding will Weile haben” – diese Erfahrung machten auch die Mitglieder in einem Arbeitskreis, die vor sieben Jahren erste Ideen zur Innensanierung der Klosterkirche sammelten. “Wir stellten uns einen geschützten, schön gestalteten Raum in der Kirche vor, die ein einzelner Mensch, aber auch eine Gruppe zur Andacht nutzen kann”, erinnerte sich am Sonntag, 27. Januar, Kirchenvorsteherin Gabriele Hemb anlässlich der Einweihung des Andachtsbereichs im südlichen Seitenschiff der Kirche.

Sieben Wünsche an diesen Raum in der Kirche wurden formuliert – unter anderem der nach einem eigenen Mobiliar, nach einem Kerzenbaum und einem Lesepult. Ein nicht immer glatter Weg liege nun hinter dem Arbeitskreis, den Gabriele Hemb, Jürgen Holly und Äbtissin Barbara Silbe zuletzt bildeten. Gabriele Hemb dankte auch denjenigen, die mit ihren Spenden beitrugen, das Vorhaben zu realisieren. Der zentrale Kerzenbaum, an dem 24 Lichter angezündet werden können, umfasst auch einen goldenen Ast mit Dornen. Diese Gestaltung erinnert an den brennenden Dornbusch, in dem sich Gott Mose offenbarte. Jürgen Holly griff in seiner Predigt dieses Motiv auf. “Mose biegt sozusagen aus seinem Alltag ab und begegnet Gott im brennenden Dornbusch. So kann auch dieser Raum den Alltag durchbrechen und ein Ort der heilsamen, stillen Einkehr werden. Und Gott ist auch im Leiden nahe, das symbolisieren die Dornen. Das Feuer ist eine große Energie, das Licht tröstet”, sagte er.

Auch Maria, auf deren Namen das Kloster und die Kirche vor über 800 Jahren geweiht wurde, habe ein “Dornbusch-Erlebnis” gehabt, sagte Äbtissin Barbara Silbe in ihrer Ansprache. Sie habe nach der Begegnung mit dem Engel Gabriel ihre Berufung als Mutter Gottes angenommen. “Mit dieser mutigen Entscheidung beginnt auch für Maria ein steiniger Weg. Sie ist nicht weggelaufen, auch als ihr Sohn grausam starb. Zu Pfingsten war sie im Kreis der Jünger als Zeugin der Auferstehung. Sie ist lebendiger Glaube”, sagte sie. Im Andachtsbereich – den sie selbst gern als “Dornbusch-Kapelle” bezeichne – erinnere deshalb eine byzantinische Marien-Ikone aus dem Kloster an diese Mutter der Barmherzigkeit.

Foto und Text: Sabine Freitag