Artenschutz: Projekt vom HAG und der LTS rettet mit dem NABU über 400 Amphibien am Rehpfad

KIRCHDORF (red).

Bei einem Kooperationsprojekt zum Artenschutz haben die Umweltgruppen des Hannah-Arendt-Gymnasiums und der Lisa-Tetzner-Schule zusammen mit dem NABU Barsinghausen Amphibienschutzmaßnahmen an den Regenrückhaltebecken am Rehpfad durchgeführt. Dabei erhielten sie wichtige logistische Unterstützung von der Stadtverwaltung. Die ersten Vorbereitungen zum Projekt begannen dabei schon im November 2023. Die Schüler beschäftigten sich in Ihren Arbeitsgemeinschaften mit den hier vorhandenen Zielarten, entwickelten Formulare für die Tagesprotokolle und organisierten einen Dienstplan. Die Stadtverwaltung begann am 15. Februar mit dem Aufbau eines Amphibienschutzzaunes und der entsprechenden Eimersetzung in der Mensazufahrt. Dort und auf der Max-Planck-Straße war es im letzten Jahr durch den Zugangsverkehr zur Mensa und dem normalen Straßenverkehr zu zahlreichen überfahrenen Amphibien gekommen.

Dabei übernahmen die Schüler und Lehrer der beiden Schulen das Sammeln der Amphibien vor Schulbeginn, so dass der Lehrbetrieb nicht verpasst wurde. Am Wochenende und in den Osterferien sowie bei temporären Nachtdiensten übernahmen die Aktiven des NABU. Insgesamt konnten aus den Eimern und zusätzlich auf den Straßen über 400 Amphibien gerettet werden. Der Zeitraum erstreckte sich vom 16. Februar bis zum 4. April. Dabei handelte es sich im einzelnen um 339 Erdkröten, 42 Bergmolche, 26 Fadenmolche und sechs Grasfrösche.

Zusätzlich zu den in den Eimern aufgefundenen Amphibien, wurden noch über 200 Tiere bei den Nachtdiensten auf den Straßen und für den Straßenverkehr zugelassen Zuwegungen eingesammelt. Überraschend war dabei, dass es keinerlei Feststellungen vom Teichmolchen, der häufigsten hiesigen Molchart, gab, dafür aber der auf der Roten Liste als gefährdet eingestufte Fadenmolch in solch einer häufigen Anzahl vorkam. Leider wurden immer noch diverse Amphibien in der Mensazufahrt tot aufgefunden, was mit dem etwas diffusen Wanderverhalten, insbesondere der Erdkröten, zu tun hatte. Während am 17. März immer noch eine Zuwanderung zu verzeichnen war, wurden schon die ersten Laichballen des Grasfrosches im Becken gesichtet – und am 20. März sogar die ersten Kaulquappen, vermutlich vom Grasfrosch.

Da zum Ende März hin die Zuwanderung schon sehr frühzeitig abgeschlossen war, wurden die Schutzmaßnahmen in der Woche nach Ostern eingestellt. Ausnahme bleibt die Betonbarriere am Rehpfad. Hier sollen noch Erkenntnisse über die Rückwanderung der Tiere gewonnen werden. Die Amphibien bedanken sich für die Unterstützung bei Jakob Elias Dammermann, Lennart Christian Reineke, Malwin Bauche, Noah Schmidt, Roksana Freter, Tilo von der Wall, Hannah Krenz, Vincent  Jerenz, Vuong Thien Tino Nguyen, Yana Sofi Amrhein, Johanna Griep, Silke Schlösser, Elisa Amerjan, Behrend Andreeßen (alle HAG) und bei Ronja, Lea, Michael, Hannah und Ilona sowie bei Miriam Schmidt (alle LTS). Vom NABU-Aktiven-Team unterstützten Karl Närmann, Dennis von der Wall, Heinrich Diekmeyer, Andrea Klaus, Nicol Radberger sowie Andreas Winneg.

Text: Andreas Winneg / Fotos: Miriam Schmidt, Karl Närmann, Andreas Winneg, Behrendt Andreeßen