Ausstellung in der Stadtsparkasse rückt das 20-jährige Bestehen des Internationalen Frauentreffs in den Blick

Die Ausstellung in der SSK-Kundenhalle mit Fotos und Hintergrundinformationen kann vom 17. bis 28. November besucht werden

BARSINGHAUSEN (ta/red). Am morgigen Samstag feiert der Internationale Frauentreff ab 16 Uhr sein 20-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsfeier in der Petrusgemeinde. Schon am heutigen Freitag wurde aus dem selben Grund in der Kundenhalle der Stadtsparkasse Barsinghausen eine zwölfseitige Ausstellung auf sechs Stellwänden mit Fotos und erklärenden Informationen aus zwei Jahrzehnten aufgebaut, die vom 17. bis 28. November während der normalen Öffnungszeiten besucht werden kann. Maßgeblich gestaltet wurde die Ausstellung von Rosemarie Struß, Barsinghäuser Ehrenbürgerin und Mitgründerin des Internationalen Frauentreffs, sowie von Dagmar Täger. „Wir freuen uns sehr, dass die Stadtsparkasse uns wiederholt finanziell unterstützt hat, zum Beispiel bei den Weihnachtsfeiern, und uns nun erneut die Räumlichkeiten für eine Ausstellung zur Verfügung stellt“, betonte Struß. Die meisten der zu sehenden Fotos stammten von Cornelia Amend. Zudem dankte Struß auch Jutta Sprengel-Steinert, die den Frauentreff von 2015 bis 2020 geleitet hatte. Ein großer Dank gehe aber auch an die Stadt, und hier an die ehemalige Mitarbeiterin Andrea Dräger, und an die Spender und Unterstützer des Frauentreffs, wie die Ragge-Grocholesky-Stiftung, die Bürgerstiftung Barsinghausen und die städtische Gleichstellungsbeauftragte, Susanne Brandts. Sehr gefreut habe man sich, dass man die Räumlichkeiten der Petruskirche seit 2022 für die regelmäßigen Treffen der Frauen und für weitere Veranstaltungen nutzen könne. Seitens der Stadtsparkasse betonten SSK-Direktorin Britta A. Sander und Marketingleiter Martin Wildhagen, man freue sich, dass man die vielfältigen Aktivitäten des Internationalen Frauentreffs in Form der Ausstellung den Bürgern und Kunden näherbringen könne.

Der Internationale Frauentreff blickt auf 20 Jahre zurück: „Am 5. Dezember 2005 gründeten Rosemarie Struß, Heimke Dernedde und Dagmar Rohde den Internationalen Frauentreff. Nachdem wir schon vorher Deutschunterricht für Migranten gegeben hatten, stellten wir fest, dass das nicht genügte, weil die Migranten zu Hause nur ihre Heimatsprache sprachen und keinen weiteren Kontakt hatten. So dachten wir, dass sie bei einem Frauentreff, wo sich deutsche und ausländische Frauen treffen, ihr Gelerntes gleich ausprobieren konnten. Wir Frauen vom Frauentreff kommen einmal im Monat zum Frauenfrühstück zusammen. Das sind Frauen mit und ohne Migrationshintergrund. Das Frühstück, das sich zu einem beliebten Treffen entwickelt hat, wird von den Frauen selbst gestaltet. Jede bringt etwas für das Buffet mit, oder gibt einen kleinen Beitrag in die Kasse. In ungezwungener Atmosphäre bei Kaffee, Tee und selbst zubereiteten Gerichten werden angeregte Gespräche geführt. Wir kommen aber nicht nur zum Essen zusammen, sondern auch um uns auszutauschen, Probleme zu besprechen oder Planungen für gemeinsame Unternehmungen zu machen. Einige deutsche Frauen geben den Zugewanderten Deutschunterricht. Beim Frauenfrühstück können sie dann ihre Deutschkenntnisse vertiefen. Im Laufe der Jahre sind herzliche Freundschaften entstanden. Die Kontakte werden bis in die Familien hinein geknüpft und helfen auch bei der Alltagsbewältigung. Barsinghäuser Frauen des Frauentreffs sind z.B. auch behilflich bei Behördengängen, Arztbesuchen, Ausfüllen von Formularen und bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.

Jedes Jahr organisieren wir einige Veranstaltungen: Am 8. März jeden Jahres feiern wir den Internationalen Frauentag. Mehrere Veranstaltungen fanden zusammen mit den Naturfreundinnen im Naturfreundehaus statt. Die letzten Jahre richteten wir den Frauentrag mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Susanne Brandts, und auch mit der AWO-Frauenberatung aus. Jedes Jahr wurden Einheimische und Migrantenfamilien zu einer Weihnachtsfeier eingeladen, früher auch in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Kulturelle Vielfalt, dem Internationalen Kulturverein und dem Integrationsbeirat. Wir waren auch an der Gründung des Integrationsbeirates und des Runden Tisches beteiligt. Als Barsinghausen 2014 viele Migranten aufnehmen musste, gründeten wir zusammen mit dem Internationalen Kulturverein den Abend der Begegnung, an dem sich Deutsche und Ausländer zu Spielen und zu Gesprächen im Stadtteiltreff trafen.

Im November 2015 feierten wir in der Petruskirchengemeinde unser zehnjähriges Jubiläum. Es gab während der 20 Jahre eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen und Kirchengemeinden, besonders mit der Petrus- und Mariengemeinde. Mehrere Frauen engagieren sich auch im Willkommenskreis der Mariengemeinde. Eng vernetzt waren wir von 2004 bis 2013 mit dem Arbeitskreis Kulturelle Vielfalt. Zahlreiche Begegnungen haben wir gemeinsam organisiert. Von 2014 – 2015 fand ein Kochkurs statt, an dem ausländische Frauen teilnahmen und ihre Gerichte zubereiteten. Daraus entstand ein Internationales Kochbuch. Die Frauen des Internationalen Frauentreffs besuchten auch den niedersächsischen Landtag und den Bundestag in Berlin. Um Barsinghausen besser kennenzulernen, organisierten wir eine Stadtrundfahrt durch die Stadtteile Barsinghausens, wo wir auch die Rittergüter besuchten. Jetzt stehen noch Besichtigungen in Alt-Barsinghausen an, die mit der Einladung des Bürgermeisters Henning Schünhof ins Rathaus begonnen haben. Dieses Jahr haben wir uns beim Backhaus Barrigsen zu einem Back-Workshop angemeldet. Zehn Frauen des Frauentreffs bereiteten vormittags die Brote und Kuchen zu. Nachmittags kamen die Familien dazu und konnten die Gerichte bei einem gemütlichen Beisammensein kosten. Der Internationale Frauentreff lädt alle Frauen recht herzlich zum Frauenfrühstück ein. An jedem 1. Donnerstag im Monat um 10 Uhr in die Petrusgemeinde. Jetzt leiten den Frauentreff: Marion Meents, Anne Vogt, Dagmar Täger und Rosemarie Struß.

Fotos: ta