AWO fordert Hitzeschutzgipfel: „Wer nicht handelt, gefährdet Menschenleben“

REGION/DEUTSCHLAND (red).

Die aufeinanderfolgenden Hitzewellen dieses Sommers verdeutlichen aus Sicht der AWO die soziale Dimension des Klimawandels. Marco Brunotte, Vorsitzender des Vorstands des AWO Bezirksverbands Hannover, fordert Bund, Länder und Kommunen deshalb auf, Hitzeschutz als sozialpolitische Aufgabe anzuerkennen. Im Rahmen von Hitzeschutzgipfeln sollten Politik, Wohlfahrts- und Sozialverbände gemeinsam verbindliche Schutzkonzepte und deren Refinanzierung vereinbaren. Die AWO begrüße die Pläne zur Aufnahme des Hitzeschutzes als Gemeinschaftsaufgabe in das Grundgesetz.

„Hitzeschutz ist ein politisches Pflichtthema. Wer nicht handelt, gefährdet Menschenleben“, erklärt Brunotte. „Nicht alle Menschen sind in gleichem Umfang von Hitze betroffen, Reichtum und Privilegien bilden für manchen Gruppen einen guten Hitzeschutz. Besonders gefährdet bei Hitzewellen sind ältere Menschen und Kinder. Aber auch Menschen mit geringem Einkommen leiden überdurchschnittlich stark, weil ihnen häufig kühle Wohnräume, Gärten oder andere Rückzugsmöglichkeiten fehlen.“ Die AWO kritisiert zudem scharf, dass die Bundesregierung die Mittel für das Programm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ gestrichen hat. „Die Gebäude, in denen soziale Daseinsvorsorge stattfindet­ – unsere Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten –  ­ sind nicht für extreme Hitze ausgelegt. Wir müssen unsere soziale Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels anpassen“, betont Brunotte. „Nur so werden wir unserer Verantwortung gegenüber den Menschen, die uns anvertraut sind, gerecht. Dafür brauchen soziale Einrichtungen eine verlässliche und langfristige Förderung.“

Zugleich müsse Hitzeschutz zu einem festen Bestandteil der Stadt- und Quartiersentwicklung werden. Besonders belastet seien dicht bebaute Wohngebiete mit wenigen Grünflächen sowie schlecht gedämmte Wohnungen. Die AWO fordert deshalb mehr Bäume und Grünflächen, ausreichend beschattete Aufenthaltsorte und frei zugängliche Trinkwasserbrunnen. Von diesen Maßnahmen profitierten insbesondere Menschen, die keine kühlen privaten Rückzugsorte haben, sowie wohnungslose Menschen. „Alle Akteure und Entscheider müssen im Rahmen von Hitzeschutzgipfeln an einen Tisch kommen, um gemeinsam schnell Lösungen zu finden,“ fordert Marco Brunotte, „Auch in Deutschland sind in den letzten Wochen Menschen in der Altenhilfe an den Folgen der ausbleibenden Klimafolgenanpassung gestorben. Die Zeit von Warten, Hinhalten und Wegsehen ist vorbei. Jetzt muss gehandelt und Verantwortung übernommen werden.“

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