Barsinghäuser Polizei veröffentlicht die Kriminalstatistik für 2025

Anstieg an Straftaten um 109 Fälle gegenüber dem Vorjahr

Ludger Westermann (v.li.) Joachim Eickmeyer, Claas Wentzler und Klara Simon präsentierten die Zahlen der Kriminalstatistik 2025.

BARSINGHAUSEN (fk). Wie in jedem Frühjahr hat die Polizei Barsinghausen die Kriminalstatistik des zurückliegenden Jahres vorgestellt. Der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, Joachim Eickmeyer, präsentierte die Zahlen gemeinsam mit dem Leiter des Polizeikommissariats, Ludger Westermann, Ermittlungsführerin Klara Simon sowie Claas Wentzler, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. In Bezug auf das aktuelle Tötungsdelikt in Barsinghausen erklärte Ludger Westermann: „Das grausame Verbrechen, was dort stattgefunden hat, hat auch bei uns tief eingeschlagen“. Ludger Westermann wies auf die vielen Hilfsangebote für Gewaltprävention in Barsinghausen hin. Unter dem Motto „Basche ohne Gewalt“ werden unter anderem auf der Homepage der Stadt etliche Möglichkeiten der Hilfe aufgezeigt.

Gesamtgeschehen

Für das Jahr 2025 wurden insgesamt 1769 Straftaten registriert. Das entspricht einem Anstieg um 109 Fälle im Vergleich zum Jahr 2024. Von den erfassten Taten wurden 1637 Fälle vor Ort bearbeitet. Im längerfristigen Vergleich liegt die Zahl weiterhin unter dem Höchststand von 2019 mit 2081 Taten, jedoch deutlich über dem Tiefstwert des Jahres 2024 mit 1525 Fällen. Die Zunahme der Gesamtzahlen ist insbesondere auf Diebstahlsdelikte, Beleidigungen und Sachbeschädigungen zurückzuführen. Rückgänge verzeichnete die Polizei hingegen bei Vermögens- und Fälschungsdelikten (-35) sowie bei Rauschgiftdelikten (-21).

Aufklärungsquote leicht gestiegen

Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 65,67 Prozent und ist damit leicht gegenüber 2024 (64,26 Prozent) leicht gestiegen. Den Höchstwert der vergangenen Jahre stellte 2023 mit 71,87 Prozent dar, während 2024 den niedrigsten Stand markierte. Besonders hoch bleibt die Quote bei den Rohheitsdelikten, die 2025 bei 91,47 Prozent lag. Im Bereich der Diebstahlsdelikte zeigt sich weiterhin eine schwankende Entwicklung.

Entwicklung in den Deliktsbereichen

Im Bereich der Rohheitsdelikte wurden 2025 insgesamt 354 Fälle (Vorjahr 357) registriert, darunter elf Raubdelikte. Die Zahl der Körperverletzungen lag bei 240 Fällen (Vorjahr 242), davon 54 schwere Delikte. Zudem wurden 13 Messerangriffe (Vorjahr 16) erfasst. Die Diebstahlsdelikte machten mit 462 Fällen (Vorjahr 422) einen großen Anteil aus, darunter Ladendiebstähle und Wohnungseinbrüche. Letztere sind jedoch insgesamt rückläufig.

Deutlich gesunken ist die Zahl der Rauschgiftdelikte, die mit 49 Fällen (Vorjahr 70) einen Tiefstand erreicht haben. Als möglicher Grund wird die Legalisierung von Cannabis im Jahr 2024 genannt. Lediglich die Zahl der Vergehen mit Kokain hat sich von acht auf 16 Fälle verdoppelt.  Im Bereich der Betrugsdelikte wurden 183 Fälle (Vorjahr 211) registriert, wobei insbesondere Waren- und Kreditbetrug zurückgingen. Die Fälle von häuslicher Gewalt blieben mit 149 registrierten Taten (Vorjahr 153) auf einem stabilen Niveau. 2025 gab es 127 Fälle (Vorjahr 133) gegen die persönliche Freiheit. Im Jahr 2025 gab es insgesamt 14 Fälle (Vorjahr 11) von Gewalt gegen Polizeibeamte.

Tatverdächtige und Trends

Insgesamt wurden im Jahr 2025 898 Tatverdächtige erfasst. Darunter waren 68 Kinder, 113 Jugendliche, 40 Heranwachsende und 677 Erwachsene. Den größten Anteil machen weiterhin Erwachsene aus. Auffällig ist jedoch ein Anstieg der Straftaten bei Jugendlichen und Heranwachsenden, während bei Wohnungseinbrüchen und Rauschgiftdelikten Rückgänge festgestellt wurden. Gleichzeitig zeigt sich eine Zunahme bei Diebstählen und Beleidigungsdelikten.

Fazit zur Kriminalstatistik 2025

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Barsinghausen ist im Jahr 2025 ein Anstieg der Straftaten um 6,57 Prozent von 1660 auf 1769 Taten zu verzeichnen. Nachdem 2024 im Zehnjahresvergleich den niedrigsten Stand markierte, bewegt sich das aktuelle Niveau wieder im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die Steigerung um 109 Fälle ist insbesondere auf mehrere Deliktsbereiche zurückzuführen. So nahmen die Diebstahlsdelikte um 40 Fälle zu, darunter insbesondere Ladendiebstähle (+20). Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Beleidigungsdelikte (+35) sowie die Sachbeschädigungen (+44). Demgegenüber stehen Rückgänge in anderen Bereichen: Die Vermögens- und Fälschungsdelikte gingen um 35 Fälle zurück, ebenso die Rauschgiftdelikte, die um 21 Taten sanken. Letztere Entwicklung setzt sich seit der (Teil-)Legalisierung von Cannabis im Jahr 2024 fort. Während 2023 noch 201 Fälle registriert wurden, sank die Zahl 2024 auf 70 und erreichte 2025 mit 49 Taten einen weiteren Tiefstand. Die Aufklärungsquote liegt nach einem Rückgang im Jahr 2024 wieder leicht höher bei 65,67 Prozent (2024: 64,26 Prozent), bleibt jedoch unter dem Höchstwert von 71,87 Prozent im Jahr 2023. Im Zehnjahresvergleich befindet sich die Quote weiterhin auf einem insgesamt guten Niveau. Der Rückgang der Betäubungsmitteldelikte dürfte hierbei ebenfalls eine Rolle spielen. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Entwicklung beim Wohnungseinbruchsdiebstahl. Die Fallzahlen stiegen von 16 auf 25 Taten, wobei sich die Zahl der Versuche von 8 auf 16 verdoppelte. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote in diesem Bereich deutlich von 19 Prozent auf rund 12 Prozent. Ermittlungserfolge konnte die Polizei hingegen im Bereich der Diebstähle aus Kraftfahrzeugen erzielen: Hier wurde ein 63-jähriger Tatverdächtiger identifiziert, der für eine Serie von 13 Taten verantwortlich gemacht wird. Insgesamt zeigt sich ein differenziertes Bild: Während einige Deliktsbereiche rückläufig sind, führen insbesondere Eigentumsdelikte und Entwicklungen im Bereich der Alltagskriminalität zu einem Anstieg der Gesamtzahlen. Die Polizei Barsinghausen sieht sich durch diese differenzierte Entwicklung weiterhin vor vielfältige Herausforderungen gestellt und betont die Bedeutung gezielter Maßnahmen sowohl in der Prävention als auch in der Strafverfolgung. Für Joachim Eickmeyer war es die letzte Vorstellung der Kriminalstatistik, denn er wird Mitte des Jahres, nach 43 Jahren bei der Polizei und zwölf Dienstjahren in Barsinghausen in den Ruhestand gehen.

Foto: Krüger