Barsinghäuser Schwimmer pulverisieren gleich vier Stadtrekorde

BARSINGHAUSEN (red).

An manchen Wochenenden ist es einfach so, es läuft, aber bei den Konkurrenten läuft es noch viel besser. Mit insgesamt 62 Einzelstarts und 3 Staffeln, für diese man sich bei den Bezirksmeisterschaften qualifizieren musste, gingen die Aktiven der SGS Barsinghausen im Hannover Stadionbad bei den Landesmeisterschaften auf der Kurzbahn an den Start. Der absolute Vielstarter war an diesem Wochenende Leo Fischer, der momentan wieder mehr Zeit zum Trainieren und Wettkämpfe schwimmen findet. Mit insgesamt 14 Starts eine absolute Mammutaufgabe die er sich vorgenommen hatte, aber in Rücksprache mit dem Trainer, nahm man aus strategischen Gründen doch 2 Rennen aus dem Programm heraus. Der Mechatronikstudent überzeugte zum widerholten Male durch seinen Ehrgeiz und Kampfgeist und war an drei von vier Stadtrekorden beteiligt. Nr. 1 gelang ihm mit der 4x50m Kraul-Mixed-Staffel, die er selbst anführte, gefolgt von Malte Wortmann (5 Starts), Kristin Glitz (4 Starts) und Emma Henke (7 Starts), welche auf dem 6. Rang landete in einer Zeit von 1:46,33. Der zweite Coup war wieder eine Gemeinschaftsaktion, mit derselben Aufstellung in geänderter Reihenfolge. Leo führte diese Lagenstaffel erneut an, mit einem beherzten Rennen über 50m Rücken unter 28 Sekunden. Er übergab wieder an Malte Wortmann, den Brustspezialisten, an dritter Position, der sogar einen weiteren Platz gut machen konnte und nach 29,74 Sekunden, Emma Henke, auf dem zwischenzeitlichen Silberrang liegend, ins Wasser schickte.  Sie kämpfte ebenfalls beherzt über die Schmetterlingsstrecke (31,59s) und rettete den zweiten Platz noch mit minimalem Vorsprung zum letzten Wechsel an Kristin Glitz. Trotz eines fehlerfreien Rennens und einer überragenden Einzelzeit von 27,95 über die Kraulstrecke, musste sie die „heranrauschenden“ gegnerischen Männer des TV Jahn Wolfsburg und der SGS Hannover vorbeiziehen lassen. Aber den Angriff des Teams von Hannover 96 konnte sie mit einem klasse Endspurt abwehren und somit den vierten Platz mit gerade einmal 0,5 Sekunden Abstand auf den Drittplatzierten, sichern-1:56,85 war die Endzeit. Der dritte Streich gelang Fischer dann über eine Nebenstrecke, den 100m Brust. In 1:04,66 verbesserte er seinen eigenen Stadtrekord um eine Sekunde, „Wann trainiere ich denn mal Brust im Training?“, seine eigene Verwunderung über diese Wahnsinnszeit war groß. Aber die Freude war natürlich grenzenlos, qualifizierte er sich sogar für das Finale als 7. Schnellster der Vorläufe und für die nächstjährigen Deutschen Kurzbahnmeisterschaften. Weitere Finals erreichte er über die 50m Freistil (8.Platz) und 100m Lagen (7. Platz). Den vierten und letzten Stadtrekord schwamm, der bereits schon erwähnte Polizeikommissaranwärter, Malte Wortmann über die 50m Brust. Nach bisher unzähligen fehlgeschlagenen Versuchen die magische Hürde von 30 Sekunden zu unterbieten, schaffte er es dieses Mal in 29,86 Sekunden. Hiermit landete in der offenen Wertung auf dem 10. Rang. Bei den Mädchen überzeugte vor Allem Hannah Pfaffl, die bei allen drei Starts ihre bisherigen Bestzeiten auf ein neues Level hob. „Für Hannah freut es mich sehr. Sie hat das ganze Jahr über stark und konzentriert trainiert, jetzt hat sie sich selbst mit tollen Zeiten zum Jahresende belohnt.“, fügte der Trainer Dennis Yaghobi lobend hinzu. Insgesamt hat das gesamte Team der SGS Barsinghausen überzeugt. Jeder dritte Start bedeutete eine neue Bestzeit. Dieses zum Saisonhöhepunkt hinzubekommen ist zwar das erklärte Ziel, aber genau das auch Umzusetzen ist oftmals nicht ganz so einfach, wenn man ein gewisses Niveau erreicht hat. „Die Leistungen meiner Sportler als nicht gut zu bezeichnen, da man keine Medaillen gewonnen hat, wäre nicht fair. Alle Athleten die bei den Landeskurzbahnmeisterschaften an den Start gegangen sind, haben das ganze Jahr über intensiv trainiert. Ein Großteil hat sogar extra Schichten geschoben, ist zusätzlich alleine in den Kraftraum gegangen oder für sich selbst ein paar Kilometer geschwommen und haben so einige Testwettkämpfe in den Knochen gehabt. Jeder konnte an seine Bestleistungen heranschwimmen oder diese sogar nochmals verbessern. Wir als Verein können uns einfach nur darüber freuen mit einem fast 20-Kopf großen Team hier an den Start gegangen zu sein.“, so fasste Yaghobi das Wochenende nochmal zusammen. Die drei weiteren vierten Plätze erreichte die Männer-Lagenstaffel in 1:49,99 (Leo Fischer, Malte Wortmann, Maximilian Lindemann (3 Starts), Maximilian Siebert (3 Starts)), Jakob Henke(10 Starts) im Jahrgang 2005 über die 200m Schmetterling und sein gleichaltriger Trainingsbahnkumpel Cedric Krüger (9 Starts) über die 200m Rücken. Neben dem lachenden Auge über die vielen großartigen Erfolge, blieb leider auch ein trauriges Auge, da es der letzte Wettkampf für die SGS Barsinghausen für unseren langjährigen Leistungsträger Jan Schalla (2 Starts) war. Seit September studiert er an der Deutschen Sporthochschule in Köln und wird nun auch seinen sportlichen Standort dorthin verlegen. Weiterhin an den Start gingen Lilly Budde (4 Starts), Jennifer Busch (1 Start), Liam Johnson (2 Starts), Florian Josopait (6 Starts), Paul Knuth (1 Start) und Celina Maerten-Hinrichs (1 Start).

Vielstarter Leo Fischer gönnt sich eine kurze Pause.

Foto: privat