Der 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans*phobie (IDAHOBIT)
BARSINGHAUSEN (red). Bettina Klein teilt mit: „Am 17. Mai wird jährlich weltweit gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen auf Grund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität auf vielfältige Weise protestiert. In vielen Ländern der Welt, wie in Russland, Ungarn und den USA, wird von selbsternannten Heilsbringer*innen massiv versucht, LSBTIQ*-Rechte (Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans, inter-geschlechtliche, nicht-binäre sowie queere Menschen) abzuschaffen. Menschen, die nicht dem von eigenen Vorstellungen und Interessen geleitetem Bild entsprechen, werden diffamiert und es wird versucht, sie aus dem öffentlichem Leben zu verbannen. Auswirkungen von Trumps Kreuzzug insbesondere gegen trans und nicht binäre Personen auf die Situation von queeren Menschen weltweit sind zu befürchten. Der Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat am 4. April 2025 anlässlich des 35. Gründungsjubiläums des LSVB+- Verband queere Vielfalt unter anderem seine Sorge vor der „Gefahr eines gesellschaftlichen Rollback“, sowohl in Deutschland als auch weltweit, geäußert. Die ganze Rede ist auf dem Portal des Bundespräsidenten nachzulesen.
In Deutschland wird vor allem von rechtsextremen Kräften zunehmend versucht, trans Personen und andere queere Gruppen zu dämonisieren und ihnen ihr Existenzrecht abzusprechen. Der Ton wird immer rauer und hasserfüllter. Die gezielte Verbreitung queerfeindlicher Narrative und die Einschüchterungen und Gewalttaten gegen queere Menschen in unserem Land nimmt immer mehr zu. Schwule Menschen werden beschimpft, angegriffen oder in Dating-Fallen gelockt, trans Personen werden ebenso angegriffen, CSD können teilweise nur noch mit Polizeischutz abgehalten werden. Ebenso richtet sich die Gewalt gegen queere Einrichtungen. Diese stetige Entwicklung ist besorgniserregend, gefährdet den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und verunsichert und verängstigt queere Menschen zunehmend. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die erschreckende Chronik von Straftaten gegen LSBTIQ* des LSVD* (Lesben Schwulen Verband Deutschland) – Verband queere Vielfalt. Deshalb ist der IDAHOBIT am 17. Mai ein wichtiger, ein notwendiger Tag, um auf diese Gewalt, ob verbal oder körperlich, aufmerksam zu machen.
Wir alle sind aufgefordert, Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen – nicht nur an diesem Tag. Wir müssen uns als offene und demokratische Gesellschaft jeglicher Gewalt und Ausgrenzung entschieden entgegenstellen und uns für die Akzeptanz von LSBTIQ* als zu uns gehörenden Teil unserer Gesellschaft einsetzen. Auch unser Grundgesetz als Grundlage unseres Zusammenlebens muss dieses widerspiegeln. Eine Ergänzung des Artikel 3, Absatz 3 (Gleichheit vor dem Gesetz, Verbot einer Ungleichbehandlung aufgrund verschiedener Kriterien) um die Merkmale „sexuelle Orientierung“ und „geschlechtliche Identität“ ist längst überfällig und notwendig, um den Diskriminierungsschutz aller Menschen in unserem Land unmissverständlich sicherzustellen und als selbstverpflichtenden Wert unserer Demokratie klarzustellen. Es geht nicht um Sonderrechte, sondern um gleiche Rechte für alle Menschen, um in Freiheit und Frieden leben zu können.“
Foto: privat