CDU und Alte Zeche plädieren für energetische Maßnahmen und eine Sanierung des Parkplatzes mit Augenmaß

Christdemokraten kritisieren die Verwaltung für mangelnde Kommunikation mit der Geschäftsführung der Alten Zeche

BARSINGHAUSEN (ta). Nachdem die Stadtverwaltung eine Reihe von Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Alten Zeche und des Zechengeländes präsentiert hat und sich der Verwaltungsausschuss für die Umsetzung einiger Punkte mit einem Sperrvermerk ausgesprochen hatte, schlägt der Streit über das Thema inzwischen hohe Wellen. CDU-Fraktionsvorsitzender Gerald Schroth vermisst zum einen den Dialog zwischen der Verwaltung und dem Team um Alte Zeche-Geschäftsführer Hans-Werner Röth und kritisiert zudem, dass seitens der Stadt eine kostspielige Sanierung des Parkplatzbereiches beim Zechensaal vorangetrieben werde, obwohl die Alte Zeche auf ganz andere Prioritäten setze. Es sei allen klar, dass das Besucherbergwerk samt Museum und Zechensaal ein echtes Aushängeschild für Barsinghausen sei. In der jetzigen Situation sollte aber erstmal Elementares verbessert werden und darüber wolle man noch einmal eingehend mit der Verwaltung sprechen, denn wenn das derzeit vorliegende Konzept umgesetzt werde, mache man den zweiten Schritt vor dem ersten. Zu den aktuellen Prioritäten sollte laut CDU zuerst die energetische Sanierung des gesamten Gebäudes mit der Erneuerung der Heizung und dem Bau einer modernen PV-Anlage auf dem Dach gehören. Auch Hans-Werner Röth zeigte sich im Zuge eines Ortstermins verwundert, dass die energetische Sanierung überhaupt nicht im städtischen Konzept auftauche. Die bestehende Heizung sei 44 Jahre alt und den Grad der Gebäudedämmung könne man mit „Null“ beziffern. Außerdem sei das Dach undicht, sodass es bei Regen nicht unerheblich reinlaufe. Auch vor dem Hintergrund der hohen Energieausgaben für den Zechensaal, das Museum und den Betrieb des Besucherbergwerks plädiere er dafür, das Dach mit einer neuen Folien-PV-Anlage auszurüsten, denn so könne sogar mehr Strom produziert werden, als die Alte Zeche selber benötige.

Der zweite große Streitpunkt ist die geplante Sanierung des Parkplatzes, für die die Verwaltung rund 1,6 Millionen Euro einplant. Dazu stellte Gerald Schroth fest, Geld sei zur Zeit in Barsinghausen knapp – auch hier müssten Prioritäten gesetzt werden. Ein überdachter Parkplatz, wie ihn die Verwaltung vorschlage und durch den eine Vielzahl von Stellplätzen für Pkw wegfallen würde, sei überhaupt nicht nötig. Daher spreche sich die CDU eindeutig für eine Maßnahme zur Befestigung des Parkplatzes mit Schotter aus. Eine Umsetzung sollte laut Schroth ausschließlich in Absprache mit den ehrenamtlichen Akteuren der Zeche erfolgen. Hans-Werner Röth informierte abschließend noch über die Vergrößerung des Kreises der ehrenamtlich tätigen Personen und die Pläne zur Modernisierung des Museums. Die Alte Zeche gGmbH werde momentan von 28 Ehrenamtlichen unterstützt. Die Zahl der Grubenführer habe sich auf 17 erhöht, so dass künftig noch mehr Einfahrten angeboten werden könnten. Die Erneuerung des Museums wiederum werde mit fähigen Köpfen umgesetzt, wobei einige Exponate wechselnd eingesetzt werden sollten, um die lokale Bergbaugeschichte noch greifbarer zu machen. Das Museum sei aber auch der Bereich, wo die Besucher mit Hintergrundwissen auf die Einfahrten in den Klosterstollen vorbereitet würden. Künftig solle dort auch multimediale Technik für mehr Veranschaulichung sorgen, so Röth.

Fotos: ta