DHB-Pokal: Recken feiern 23-17-Erfolg gegen Lemgo

Auf dem Weg in Richtung Final Four

HANNOVER-BURGDORF (red). Nach 60 begeisternden Minuten in der Swiss-Life-Hall reckte Carlos Ortega triumphierend die Faust ins Publikum, während die Mannschaft einem Tänzchen den 23:17 (11:11)-Sieg im Achtelfinale des DHB-Pokals gegen den TBV Lemgo feierte, genoss der Trainer der TSV Hannover-Burgdorf still den Erfolg. Bis zum 17:16 eine Viertelstunde vor dem Ende war es eng. Dann gewannen die Recken dank des überragenden Urban Lesjak (17 Paraden, Quote 50 Prozent) und des rechtzeitig wiedergenesenen Morten Olsen Oberwasser. Als der Recken-Spielmacher den Ball zum 20:16 unter die Latte zimmerte, jubelte auch „Smöre“ Christophersen. Bei der jeder Aktion fieberte der sportliche Leiter der Recken im Regieraum lautstark mit. „Tor ist frei, Tor ist frei“, rief er – Christian Ugalde hörte es und traf zum 21:16 (53.) ins leere Tor. Lemgo war geschlagen und die Fans in Blau hockten still auf ihren Plätzen.

Von der ersten Sekunde an ließen die Gastgeber keinen Zweifel, dass sie wieder ins Final Four nach Hamburg wollen. Wie in der Schlussviertelstunde des Sieges am Sonntag gegen Erlangen kämpfte die Abwehr um jeden Zentimeter Boden. Dazu stand mit Lesjak ein bärenstarker Torhüter zwischen den Pfosten. Als Christian Ugalde nach Ballklau und einem unnachahmlichen Antritt zum 6:5 (12.) traf, waren die Fans das erste Mal in Feierlaune. Weil sich Fabian Böhm diesmal ein Spiel ohne Treffer genehmigte und auch Lemgos Peter Johannesson im Tor ein ums andere Mal im Weg stand, ging es mit 11:11 in die Pause.

Doch die Hannoveraner blieben gallig. Lesjak kaufte Christoph Theuerkauf eine hundertprozentige Chance ab und Timo Kastening ballerte die Kugel im Gegenzug humorlos zum 14:12 (35.) in den Winkel. In der Folge brachten die Unparteiischen die 2649 Zuschauer mit kleinlichen Zwei-Minuten-Entscheidungen gegen Hannover in Wallung. Kurios: Ilja Brozovic wurde am Kreis geklammert und am Trikot gezogen – die Pfeife blieb stumm. Als die Finger endlich in die Höhe gingen, zeigte sich Nejc Cehte als fairer Sportsmann und verhinderte die Strafe gegen Lemgos Isaias Gardiola. Die Recken blieben trotzdem cool und kontrollierten die Führung. Zur Zufriedenheit von Christophersen: „Wenn wir anfangen zu laufen, sind alle nach 45 platt.“ Donnerstag geht es schließlich schon in Stuttgart weiter.

Foto: Uwe Serreck