Die Ausstellung „Der ASB und der Nationalsozialismus“ wurde heute mit zahlreichen Gästen im Bahnhof eröffnet

Noch bis Samstag, 1. Juni, können Interessierte die Exponate im ASB-Bahnhof besuchen

Die Historikerin Marthe Burfeind und ASB-Kreisverbandsvorsitzender Friedbert Mordfeld führen in die Ausstellung ein.

BARSINGHAUSEN (ta). Der Arbeiter-Samariter-Bund gehörte Anfang der 30er Jahre zu den Organisationen, die den Nazis aufgrund ihrer Nähe zur Arbeiterbewegung ein Dorn im Auge waren. Folge waren das Verbot und die Auflösung des ASB am 1. September 1933. Davon und von den vielen Schicksalen aus den Reihen der Hilfsorganisation erzählt die Ausstellung „Der ASB und der Nationalsozialismus“, die heute der ASB-Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg zusammen mit der Autorin des gleichnamigen Buches, Marthe Burfeind, im ASB-Bahnhof Barsinghausen mit zahlreichen Gästen eröffnet hat. Dass nicht nur die Zeit von 1933 bis 1945, sondern auch die Neugründung des ASB nach dem zweiten Weltkrieg hart war, darauf verwies der Kreisverbandsvorsitzende, Friedbert Mordfeld, bei seiner Begrüßung. Ein Jahr lang hätten sie und ihre Co-Autoren die Archive in ganz Deutschland zu dem Thema durchforstet, erklärte Burfeind in ihrer Einführung. Auffällig sei, dass bei der Verfolgung durch das NS-Regime regional durchaus Unterschiede bei der Betroffenheit der ASB-Kolonnen, wie die damaligen Ortsverbände hießen, gegeben habe. Übergriffe durch die Nazis habe es schon vor der Enteignung gegeben, so Burfeind, die betonte, dass die Ausstellung sowohl Opfer als auch Mitläufer in den Reihen des ASB beleuchte. 1946 folgte dann in Westdeutschland der Wiederaufbau des ASB, der im Osten Deutschlands erst nach dem Mauerfall wieder Fuß fasste. Die Ausstellung kann bis zum 1. Juni mit Ausnahme des 30. Mai während der normalen Öffnungszeiten des ASB-Bahnhof von 7 bis 17.15 Uhr besucht werden. Umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von Musiker Albrecht v. Blanckenburg.

Foto: ta