Die Autorin Gudrun Chopin verarbeitet Schicksale von Flüchtlingen zu authentischen Geschichten

Auf Einladung von „Willkommen in Basche“ fand jetzt eine Lesung in der Mariengemeinde statt

Pastorin Uta Junginger begrüßt Gudrun Chopin und Khabat Alarbo mit seiner Frau.

BARSINGHAUSEN (red). Etwa 30 Gäste waren der Einladung des Willkommenskreises der Mariengemeinde Barsinghausen ins Gemeindehaus neben der Klosterkirche gefolgt. Gudrun Chopin las vor einem sehr aufmerksamen Publikum drei Geschichten aus ihrem Buch „Ich gehöre dazu – Geflüchtete und wir“. Die insgesamt 27 Geschichten beruhen auf wahren Tatsachen  und geben einen Ausschnitt wieder aus 38 Jahren Mitarbeit in der   Ökumenischen Initiative für Flüchtlinge Schwanewede.

Gudrun Chopin liest aus ihrem Büchlein „Geflüchtete und wir“, das Geschichten u.a. von Khabat Alarbo (re) enthält.

Unter anderem hatte ihr Khabat Alarbo, der aus dem zurzeit umkämpften Kurdengebiet in Nordsyrien stammt, kurz nach seiner Ankunft in Schwanewede  im September 2015 seine Fluchtgeschichte erzählt. Inzwischen wohnt er mit seinen beiden Söhnen und seiner Frau Rojin in Hannover. Er und seine Frau waren während der Lesung anwesend, ebenso Doris und Harald Grote aus Schwanewede. Beide hatten im Herbst 2015 sehr schnell den Wunsch der Geflüchteten nach Deutschunterricht erfüllt. Die Sorge, aber auch die Hoffnung, die Khabat Alarbo im Blick auf den Krieg in Nordsyrien umtreibt, war durch seine Ausführungen hautnah spürbar. Mit wenigen Worten erinnerte Harald Grote, der mit Leib und Seele in der Gedenkstättenarbeit tätig ist, an die deutsche Kriegsgeschichte mit ihren Folgen. Seine Frau hatte bereits lange vor  2015 Erfahrungen mit Deutschunterricht für afghanische und tamilische Frauen gesammelt. So war das Ehepaar sofort zum Deutschunterricht für die neu Angekommenen aus den verschiedensten Teilen der Welt bereit. Dieser spontane Deutschunterricht, aber auch die Berührungsängste der Bevölkerung, waren Thema der zweiten Geschichte.

Als Gudrun Chopin zum Abschluss die Erlebnisse eines internationalen Silvesterabends im kirchlichen Rahmen vorlas, spürten alle, dass  Weltgeschichte ganz nah rücken kann. Türen öffnen und gemeinsam etwas bewegen schafft Orientierung und ein Gefühl dafür, dass die Menschen zusammengehören. Zum Abschluss der Lesung gab es Tee aus dem Samowar und ein leckeres Buffet, welches von den Geflüchteten aus den Flüchtlingsheimen in Barsinghausen  zubereitet wurde. Der Blick über den Tellerrand ist der Initiative „Willkommen in Basche“ an diesem Abend rundum gelungen.

Foto: privat