Die Wahrscheinlichkeit eines Neubaus der Wilhelm-Stedler-Schule steigt

Sanierungsvariante scheint vom Tisch / Im Sinne des Entschuldungsvertrags muss die Stadt die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme nachweisen BARSINGHAUSEN (ta). Zentrales Thema im Schulausschuss war heute Abend die Zukunft der Wilhelm-Stedler-Schule. Noch hat sich die Politik nicht durchgerungen, welche der vier Neubauvarianten realisiert werden soll. Auch eine mögliche Sanierung des Baukörpers ist noch nicht endgültig vom Tisch, wird aber immer unwahrscheinlicher. Aufgrund der hohen Kosten lehnten die Parteien dieses Szenario ab, auch wenn die SPD hierzu noch klärende Gespräche in der Fraktion anmeldete. IMG_3473Dass die immer konkreter werdende Diskussion aber auch durchaus Sorgen und Ängste unter Eltern, Lehrern und Erziehern auslöst, zeigte die Übergabe einer Unterschriftensammlung seitens des Schulelternrates der Grundschule. Zudem bat Beate Hachmeister von der „Villa Kunterbunt“ um Unterstützung für eine neue Unterkunft. Zum Hintergrund: Die Verwaltung wurde beauftragt, unter Berücksichtigung der Inklusion eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für einen Neubau und eine Sanierung durchzuführen. Diese sollte der demografischen Entwicklung auf Basis einer Zweizügigkeit erfolgen, wobei die Option auf die Erweiterung zur Dreizügigkeit geprüft werden sollte. Im Mai wurden dann vier Neubauvarianten und eine aktualisierte Sanierungsvariante vorgestellt. Neubauvariante 1 bietet die Möglichkeit, im rückwärtigen Bereich der Schule eine Fläche von rund 1459 Quadratmetern zu vermarkten. Die Investitionshöhe beträgt hier 9.602.685 Euro inklusive den Baunebenkosten und dem Inventar. Die Neubauvarianten 2 und 3 würden je 7.594.589 Euro an Investitionen erfordern, wobei beide die Bereitstellung einer Vermarktungsfläche im rückwärtigen Bereich der Schule von cirka 2000 Quadratmetern ermöglichen würden. Bei Neubauvariante 4 muss noch geklärt werden, ob das benötigte Grundstück der Klosterkammer mit einer Fläche von cirka 2732 Quadratmetern per Erbpacht, Tausch oder Kauf an die Stadt übergehen kann. Die Bauinvestitionen beliefen sich hier auf 7.579.581 Euro. Laut Bürgermeister Marc Lahmann kämen bei den Bauvarianten 2, 3 und 4 auch städteplanerische Aspekte zum tragen. Einen höheren Ertrag würde die Stadt sicherlich durch die Vermarktung des Vordergrundstücks erzielen. Außerdem wies der Verwaltungschef darauf hin, dass man entsprechend dem Entschuldungsvertrag mit dem Land Niedersachsen zum Nachweis der Wirtschaftlichkeit einer Baumaßnahme verpflichtet sei. Mit welcher Summe sich das Land übrigens an der Umwandlung zu einer inklusiven Schule beteiligen würde, scheint derzeit noch völlig offen zu sein. Schulleiterin Heidrun Otto machte deutlich, dass man sich keine hohen Neubauten vor der Grundschule wünsche. Und der stellvertretende HAG-Schulleiter, Hans-Joachim Werner, fragte nach der Zukunft der Stadtbibliothek. Dazu sagte Reinhard Hoffmann vom Zentralen Dienst, diese könne entweder im Rathaus I oder II angesiedelt werden. Für den SPD-Vorsitzenden, Reinhard Dobelmann, ist noch nicht geklärt, für welche Neubauvariante man sich entscheiden solle, außerdem solle eine Prüfung der Kosten im Passivhausbaustandard von der Verwaltung vorgenommen werden. Erhalten bleiben müssten auf jeden Fall die „Villa Kunterbunt“ und der „Falkenkeller“, so Dobelmann. FDP-Fraktionsvorsitzender Bernhard Klockow plädierte für die vierte Neubauvariante, weil dann schulrückwärtig gebaut werden könne, die erste Variante wolle die FDP lieber ausschließen. Dieser Präferenz schloss sich CDU-Vorsitzender Gerald Schroth an. So könne man mehr Menschen in die Innenstadt bringen, meinte er. Laut Kerstin Beckmann (AfB) sei Variante 4 auch deshalb geeignet, weil dann durch die Ausrichtung des Gebäudes Lautstärke für die Umgebung vermieden werden könne. Letztendlich wurde das Thema als behandelt erklärt und in den Verwaltungsausschuss verwiesen. Möglichst am 17. September will die Politik dann eine Entscheidung fällen.   IMG_3470Foto: ta