Digitale Entdeckungsreise: Stadtverwaltung startet neues touristisches Angebot

BARSINGHAUSEN (red).

Bürgermeister Henning Schünhof und Wirtschaftsförderer Timo Muchow stellen die digitale Tour vor.

Wie viele Schülerinnen und Schüler sind in Hochzeiten in der damaligen Volksschule in einer Klasse unterrichtet worden? Welcher Film wurde 1951 zur Einweihung des Kinos „Schauburg“ an der Bahnhofstraße gezeigt? Und wie teuer war sonntags eine Fahrt mit der legendären Straßenbahnlinie 10 zwischen dem Halt Schwarzer Bär in Hannover und dem Endpunkt in Barsinghausen? Solche und viele weitere interessante Details zur Geschichte der Deisterstadt können Touristen ab März bei einer digitalen Stadtführung erleben. Pünktlich zum Start in die neue Tourismus-Saison präsentiert die Verwaltung jetzt ihr neues Angebot für die Gäste. „In den vergangenen Tagen sind in der Innenstadt an zahlreichen historisch bedeutsamen und geschichtsträchtigen Gebäuden und Plätzen von den Kollegen des Baubetriebshofs Informationsschilder aufgehängt oder installiert worden“, sagt Barsinghausens Wirtschaftsförderer Timo Muchow. An insgesamt 18 Standorten sollen Besucherinnen und Besucher dann zu prägnanten Bauwerken und wichtigen Ereignissen zahlreiche Informationen und Wissenswertes zur Stadtgeschichte erhalten. „An jeder Etappe gibt es eine Tafel mit einem QR-Code geben, mit dessen Hilfe eine eigens programmierte Internetseite aufgerufen werden kann.“

Auf der Homepage gebe es aber nicht nur Texte, sondern auch Audio-Beiträge und Videos zu entdecken, so der Wirtschaftsförderer weiter. Bei den kurzen filmischen Sequenzen kommen Zeitzeugen zu Wort und berichten über ihre Verbindung zu diesem ganz besonderen Ort. „Beispielsweise werden die Zuschauerinnen und Zuschauer filmisch mit in die Backstube der Bäckerei Hünerberg, dem ältesten Handwerksbetrieb in Barsinghausen genommen“, beschreibt Timo Muchow eines der Videos. Die Umsetzung wie zum Beispiel diese filmischen Sequenzen wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer Medienagentur gedreht und bearbeitet. Zu den Interviewten gehört unter anderem auch Jörg Richter von der Klosterkammer, der zu dem Kloster Rede und Antwort stand und auch Filme zum Besucherbergwerk und am Thie zum Barsinghäuser Stadtfest sind zu entdecken freut sich Timo Muchow. Zu der Tour gehören unter anderem das Kloster und das Rathaus, das Zechengelände und der Thie sowie das damalige Kaufhaus Ballin und das ehemalige Pädagogium. „Auch der Ziegenteich ist eine der Stationen. Dort wird aber nicht nur über dessen Ursprung berichtet, sondern auch darüber, dass der Teich Schauplatz eines potenziellen Mordes gewesen ist – wenn auch nur literarisch“, freut sich Timo Muchow.

„Mit diesem neuen Angebot bekommt Barsinghausen ein echtes touristisches Highlight“, sagt Bürgermeister Henning Schünhof, der selbst in einer kurzen Videosequenz zu Wort kommt und die bewegte Geschichte des Rathauses schildert. Darüber hinaus biete die digitale Stadtführung die Möglichkeit, in den kommenden Jahren sukzessive ausgebaut zu werden. „Denkbar ist beispielweise, die Rittergüter und das Wasserschloss in Wichtringhausen sowie andere geschichtsträchtige und interessante Plätze und Gebäude in den Ortsteilen in die Tour einzubeziehen“, erklärt der Verwaltungschef. Aufbauen auf der digitalen Tour lassen sich dann auch spezielle touristische Produkte konzipieren oder mit diesen verknüpfen. „Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach solchen Angeboten deutlich zunehmen lassen. Mithilfe dieses ersten und weiteren geplanten Schritten wollen wir Barsinghausen als Ziel für Touristen sukzessive steigern“, unterstreicht Henning Schünhof. Für die inhaltliche Ausgestaltung der 18 Start-Stationen sind Wirtschaftsförderer Timo Muchow, Stadtsprecher Benjamin Schrader und Stadtarchivar Gerald Bredemann tief in die Unterlagen des Archives abgetaucht. Neben alten Zeitungsausgaben wurden auch zahlreiche Bücher gewälzt und die Bilddatenbank durchsucht. „Wir haben dabei viele interessante Details zutage gefördert.“

Die Maßnahme zur Erarbeitung einer digitalen Stadtführung wird durch das Förderprogramm „Perspektive Innenstadt!“ des niedersächsischen Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung mit Mitteln aus dem Wiederaufbaufonds „REACT-EU“ gefördert. Hier hat die EU 27.000 Euro in Barsinghausen investiert bei einem Eigenanteil von 3.000 Euro zuzüglich der Kosten für die QR-Code-Schilder und Ständer berichtet der Wirtschaftsförderer über die hohe Fördersumme.

Foto: Stadt