Evangelische Kirche beginnt mit Spendensammlung für „Brot für die Welt“

BARSINGHAUSEN/KIRCHENKREIS (red).

Der erste Adventssonntag ist in der evangelischen Kirche seit über 60 Jahren mit „Brot für die Welt“ verbunden. Nun beginnt am 1. Dezember die 61. Aktion, mit der um Spenden für viele Hilfsprojekte weltweit geworben wird. In diesem Jahr weisen die Kirchen- und Kapellengemeinden im Kirchenkreis Ronnenberg besonders auf die Situation in Mexiko hin. Dort gelten mehr als 40000 Menschen offiziell als verschwunden. Da der Staat wenig tut, um ihr Schicksal aufzuklären, suchen die Angehörigen selbst nach ihnen. Die Menschenrechtsorganisation SERAPAZ hilft ihnen dabei. „Wir begrüßen es sehr, dass sich Brot für die Welt auch für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt. Nicht nur der Erhalt von Ressourcen vor Ort, wie sauberes Wasser, oder die Ernährungssicherheit sind zentrale Themen für Brot für die Welt, sondern auch die Gerechtigkeit und der Schutz der Menschenwürde“, sagt Superintendentin Antje Marklein. Sie dankt gleichzeitig den Spenderinnen und Spendern des letzten Jahres. Über 64100 Euro kamen in der Zeit der 60. Aktion im Kirchenkreis Ronnenberg zusammen. Ein Beispiel für einen der Vermissten in Mexiko ist Daniel. Er ist der jüngere Bruder von Claudia Guezalez aus Coatzacoalcos, einer Hafenstadt in Mexiko. „Daniel war mein kleiner Bruder. Er hat mich immer unterstützt, und ich fühle mich in der Pflicht, nach ihm zu suchen. Die Lücke, die er hinterlässt, ist nicht zu füllen. Jeden Tag fehlt er uns. Beim Essen erinnern wir uns daran, was er gerne gegessen hat. Wenn seine Lieblingsmusik erklingt, muss ich weinen. Ich wünsche niemandem, dass er so etwas durchmachen muss.“ Im September 2015 wurde der 21-jährige Student in der Mittagspause vor der Türe seines Elternhauses von einer Polizeipatrouille angehalten und mitgenommen. Seither gibt es von ihm kein Lebenszeichen. Auch Claudia Guezalez findet Trost und Unterstützung in einer Gruppe von Angehörigen verschwundener Menschen, organisiert von der Menschenrechtsorganisation SERAPAZ. SERAPAZ ist ein Partner von Brot für die Welt. Sie bietet unter anderem auch Friedensschulen und Mediationssitzungen an, um Konflikte gewaltfrei zu verändern. Spenden für Brot für die Welt sind durch die Kollekten in den Gottesdiensten am ersten Advent und zu Weihnachten möglich, aber auch in jedem Pfarrbüro oder auch per Überweisung auf das Konto des Kirchenkreisamtes, Stichwort Brot für die Welt, bei der VoBa Pattensen-Springe, IBAN: DE66 2519 3331 0400 0099 00.

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