FDP kritisiert Stadt für Stillstand in der Wohnbaupolitik

Liberale wollen mehrere Anträge für Geschosswohnungsbauten und zusätzliche Gewerbeflächen stellen

Die FDP will bei den Themen Wohnungsbau und Gewerbeansiedlungen aufs Tempo drücken.

BARSINGHAUSEN-ORTSTEILE (ta). Hinsichtlich der Bemühungen der Stadtverwaltung zur Schaffung von neuem Wohnraum in Barsinghausen äußern sich die Vertreter des FDP-Stadtverbands mehr als unzufrieden. “Still ruht der See. Die Die Stadt plant nur das, was auch sehr leicht bearbeitet werden kann. Gleichzeitig befinden sich etliche potentielle Flächen für mögliche Wohnbebauung oder die Ausschreibung von Gewerbeflächen in ihrem Besitz, ohne dass hier irgendwas passiert”, moniert Bernhard Klockow. Das Argument, dass das Personal in der Verwaltung knapp sei, reiche nicht aus, denn die Stadt könne sehr wohl Architekturbüros mit den Planungen zur Ausweisung von Baugebieten beauftragen. Zudem sei die Stadt auch Mitgesellschafter der Kreissiedlungsgesellschaft KSG, die ebenfalls über die nötige Erfahrung bei der Durchführung solcher Projekte verfüge. Klockow kündigt an, dass die FDP mehrere Anträge zum Bau von Geschosswohnungen stellen wolle. Ein möglicher Bereich, wo die Stadt tätig werden sollte, sei die 200.000 Quadratmeter große Fläche auf der westlichen Seite der Landstraße in Kirchdorf, direkt gegenüber der Astrid-Lindgren-Schule. Hierbei handele es sich nicht nur um städtischen Grund, sondern es sei in Form von Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten auch die Infrastruktur für ein neues Wohngebiet vorhanden. Ratsherr Fred Wellhausen sagt, nötig sei eine konkrete und organische Planung der Stadt, während FDP-Wahlkandidatin Kerstin Wölki gar ein neues Ortszentrum für Kirchdorf mit Geschäften und Cafés für möglich hält. Allein würde sich die Stadt allerdings verheben, daher sei auch das Fachwissen von externen Architekten gefragt. Eine weitere zu entwickelnde Fläche macht die FDP mit der grünen Wiese an der Ecke Holunderweg/Am Spalterhals, direkt unterhalb des Schulzentrums, aus. Dieses Grundstück befinde sich im Besitz der Region Hannover, die die Fläche in Eigenregie vermarkten könnte. Hier sei zum Beispiel ein guter Platz zur Etablierung eines Mehrgenerationenwohnprojekts denkbar. “Aber”, so Klockow, “auch hier tue die Stadtverwaltung nichts, darum sollte die Ratspolitik Druck machen. Für unsere Vorschläge hoffen wir auf Zustimmung von den anderen Fraktionen.” Nach Informationen Klockows arbeite die Verwaltung aber an anderer Stelle am Bau von Einfamilienhäusern, nämlich auf der städtischen Fläche auf der östlichen Seite der Einsteinstraße, wo schon vor rund zehn Jahren neue Häuserreihen gebaut wurden. Wellhausen betont, die Ausweisung und Erschließung von größeren Wohnbaugebieten sei generell besser, denn dort könnten Mehrgeschossbauten mit bezahlbarem Wohnraum entstehen, während auf eher kleinen Flächen zumeist Einfamilienhäuser gebaut würden. Zum Vorhaben der Stadt, auf der Freifläche bei Volkers Hof in der Kernstadt einen Nahversorger anzusiedeln, meint die FDP, auf diesem Gewerbegebäude könnten auch gleich Wohnungen im Obergeschoss mit eingeplant werden. Der Bau solcher Wohnobjekte über Einkaufsmärkten sei nicht unüblich. Die Liberalen haben darüber hinaus auch den westlichen Bereich an der Rehrbrinkstraße unterhalb der Bahnlinie ins Auge gefasst. Hier sei sowohl die Entwicklung eines Wohn-, als auch Gewerbegebietes denkbar, schlägt Klockow vor. Weitere Gewerbebetriebe könnten sich aber auch beim neuen Gewerbegebiet bei Groß Munzel ansiedeln. Für die Planungen sei hier die HRG der Region Hannover zuständig.

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