BARSINGHAUSEN (red).
Bereits während des Landtagswahlkampfes sammelte die FDP Barsinghausen/Seelze Unterschriften für das FDP initiierte Volksbegehren „Offene Förderschulen. Offene Chancen“ zum Erhalt des Schultyps „Förderschule Lernen“. Nun erinnern Ben Eggert, FDP Ratsherr und Fred Wellhausen, ehemaliger Ratsherr, daran, dass die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren weitergeht.
In Niedersachsen gibt es zurzeit noch 66 Förderschulen Lernen. In der Region nur die Bert-Brecht-Schule in Barsinghausen. „Hier in Barsinghausen und dem Umland kennen die Menschen die Wichtigkeit dieser Schulform und wissen, wie wichtig der Erhalt ist.“, so Ben Eggert. Zum Hintergrund, die „Förderschule Lernen“ unterscheidet sich von den anderen Schulen ab Klasse 5. durch intensive Anleitung in einem Unterricht, der die notwendige Zeit für jeden Schüler einsetzt, entsteht in der Regel ein solides Vertrauensverhältnis zu den Lehrkräften. Das ist die Grundlage für einen Schulerfolg. Darauf basierend erreichen die Schüler sehr häufig einen qualifizierten Schulabschluss. Diesen Schulabschluss zu erreichen, ist durch Inklusionsklassen nicht jedem oder jeder möglich. Es liegt lediglich an der Lerngeschwindigkeit, mit der die Schüler den Schulstoff aufnehmen und verarbeiten.
In eine bezahlte Tätigkeit eingearbeitet, können viele von ihnen den Lebensunterhalt selbst bestreiten, was die Eltern genau vor Augen haben, wenn sie zurzeit in hohem Maße Schulplätze der Bert-Brecht-Schule nachfragen – leider mehr als zur Verfügung stehen. Aus FDP-Sicht geht es darum, Schülern und Eltern eine Wahlmöglichkeit zu lassen, die bestgeeignete Schulvariante nutzen zu können. „Menschen sind unterschiedlich, sie haben unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten. Ihre Auffassungsgabe ist ebenso verschieden schnell und unterschiedlich tief. Dem muss unser Schulsystem Rechnung tragen und das kann es mit dem Erhalt der „Förderschule Lernen“.“, äußert sich Fred Wellhausen. Die FDP betont ausdrücklich, dass mit dem Volksbegehren nicht etwa die Inklusion abgeschafft werden soll, auch wenn hier einiges verbessert werden muss. In der Förderschule geht es auch darum, den Schülern und Schülerinnen ein Umfeld zu geben, in dem sie ohne Wettbewerb mit „schnelleren Schülern“ lernen können. Dies nennt die Bert-Brecht-Schule „geschützter Raum“. Das gilt es zu erhalten, damit sich bei ihnen nicht das Bewusstsein verhärtet, immer zu den Schlechtesten zu gehören. Die Notwendigkeit der Förderschule Lernen sei weiterhin vorhanden, so die FDP: „Mit über 90 Schülern hat die BBS in Barsinghausen sogar dieses Jahr 27 neue Schüler im Jahrgang 5 aufgenommen. Der Bedarf steigt inzwischen weiter.“, führt Wellhausen weiter aus. Stand jetzt wird die „Förderschule Lernen“ 2027 in Niedersachsen auslaufen, dann wird nur noch auf Inklusion gesetzt, was die FDP sehr bedauert. Bis Ende Februar läuft das Volksbegehren noch und es werden für die nächste Stufe des Volksbegehrens 25.000 Unterschriften benötigt. Stand jetzt wurden in Barsinghausen und Seelze ca. 700 Unterschriften eingeholt, das Ziel der FDP Barsinghausen/Seelze ist mit 1000 noch nicht ganz erreicht. Die Liberalen geben sich optimistisch, dass diese beiden Ziele noch erreicht werden können und betonen die Wichtigkeit des Erhalts der „Förderschule Lernen“, welches auch parteiunabhängig unterstützt werden kann und wird. Die Unterschriften können bei der FDP Barsinghausen/Seelze abgegeben werden, falls Sie unterschreiben möchten, wenden Sie sich einfach an folgende Mail Adresse ben.eggert@rat-barsinghausen.de oder an die Telefonnummer 0176 43592365.
Fotos: BBS / ta / privat


