Fernsehsender berichtet heute über die Auswilderung von Wisenten aus Springe

Zu sehen ist das Ganze am heutigen Mittwoch um 19.40 Uhr auf ARTE

SPRINGE (red). Im Mai dieses Jahres wurden zum zweiten Mal Wisente nach Rumänien ausgewildert – unter anderem aus Springe. Begleitet wurde das Projekt vom Fernsehsender Arte. Arte zeigt den Film am Mittwoch, 9. Oktober, ab 19.40 Uhr. Der Titel lautet: Streit um wilde Wisente – zerstören Ur-Rinder den Wald?“  bezugnehmend auf die ausgesiedelten Wisente im Rothaargebirge, die seit drei Jahren ohne Zaun dort leben.

Mit dabei war auch der Leiter des Wisentgeheges Thomas Hennig, der bereits im vergangenen Jahr einen Transport dorthin begleitet hat. Hier sein Bericht: Die Wisente Spresa, Spectra, Spilla, Ella, Elisabeth, Hogir und Curt II haben den Transport aus dem Wisentgehege Springe nach Rumänien gut überstanden. Wir haben hier am 19.06. geladen. Die Verladung ging reibungslos und hat vom Befüllen der Flugspritzen bis zur Abfahrt des LKW 4,5 Stunden gedauert. Der LKW ist am 19.06. um 12.00 Uhr hier gestartet und am 20.06. um 8.00 Uhr morgens in Armenis, Rumänien angekommen (anders als ich und das TV Team von ARTE, da unser Flug von der Lufthansa abgesagt wurde, nachdem wir unser Gepäck schon aufgegeben und die Sicherheitschecks durchlaufen hatten) Bilder vom Ausladen gibt es deshalb leider nicht. Spresa, Curt und Hogir haben GPS-Halsbänder beim Verladen umgelegt bekommen. Zur besseren Unterscheidung der Tiere für die Ranger vor Ort haben wir Farbmarkierungen aufgesprüht. Die beiden Bullen sind orange markiert, die Wisente vom Edersee sind gelb und die Wisente aus Springe weiß markiert.

Das Projektgebiet liegt bei Armenis. Die Auswilderung läuft in drei Stufen. Zunächst befinden die Tiere sich in der sog. Akklimatisierung-Zone. Sie ist 15 ha groß. Die Ranger werden dort beobachten, wie die Eingewöhnung der Tiere läuft. Nach ca. 4 bis 5 Wochen können die Tiere dann die sog. Auswilderungszone mit einer Größe von 150 ha. erschließen. Diese wird dann im Herbst geöffnet. Die Wisente können sich dann in die freie Wildbahn bewegen. Das unmittelbare Projektgebiet ist ein Natura-2000-Gebiet. Angrenzend befinden sich zwei Nationalparke. Damit steht eine Fläche von ca. 300.000 ha als Lebensraum zur Verfügung. Die Landschaft ist geprägt von den Bergen und Tälern der Karpaten. Gemischte Laubwälder (Buche, Birke, Eiche, Robinie in der Strauchschicht sehr viel Hasel) auch in lichten Varianten und viele Wiesen und Freiflächen bieten einen geeigneten Lebensraum für Wisente. Nahrung im Überfluss über das gesamte Jahr. Im Projektgebiet leben neben den üblichen waldbewohnenden Wildtieren auch die großen Beutegreifer Luchs, Wolf und Bär. Ganzjährig Schnee bedeckte Berge liegen in Sichtweite. Organisiert, gemanagt und finanziert wird das Projekt vom WWF Rumänien, Rewilding Europe und der Romanian Wilderness Society (EU-Life-Projekt).

Fotos: Thomas Hennig / Alexandru Bulacu