„Fortschritte und Herausforderungen beim Bau des neuen Wasserwerks in Eckerde“

ECKERDE (red).

Gestern fand mit einigen Mitgliedern des Aufsichtsrates der Stadtwerke Barsinghausen und der Planungsfirma eine Begehung der Baustelle in Eckerde statt. Auf der Baustelle des neuen Wasserwerks herrscht wieder rege Betriebsamkeit. Nach einer ruhigeren Phase sind nun deutliche Bauaktivitäten zu vernehmen: Das Einbringen von rund 180 Spundbohlen sorgt für lautes Dröhnen und Schlagen. Ziel ist es, das ungewöhnlich hoch stehende Grundwasser zu kontrollieren und die durch Verzögerungen entstandenen Rückstände im Baufortschritt aufzuholen. „Die Datenlage der Vorjahre ließ ein niedrigeres Grundwasserniveau erwarten“, erklärt André Bahlcke von Holinger Ingenieure. „Doch die Realität sah anders aus – die Baugrube wurde überflutet.“ Aktuell werden Spundwände gesetzt, diese verhindern, dass Wasser die Baustelle flutet. Diese werden mit einer 22 Meter langen Bauschnecke bis zur Tonschicht eingebracht – ein aufwendiger Prozess, der pro Bohle bis zu 70 Minuten dauert.

Parallel dazu wurden auf dem Gelände des alten Wasserwerks vier große Aktivkohlefilter installiert, um die erhöhten PFAS-Werte im Trinkwasser zu senken. „Die Nachfrage nach solchen Filtern ist derzeit sehr hoch“, berichtet Shteryo Shterev, Geschäftsführer der Stadtwerke Barsinghausen. Die Stadtwerke zeigen sich zuversichtlich, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen. Trotz intensiver Bemühungen hat sich der Bau um etwa 10 bis 12 Monate verzögert. Eine Fertigstellung im Frühjahr 2027 ist nicht mehr realistisch. Der neue Zeitplan sieht die Inbetriebnahme für Herbst 2028 vor – passend zum saisonal sinkenden Wasserverbrauch. Die Kosten für das Projekt steigen voraussichtlich um bis zu 20 Prozent auf rund 30 Millionen Euro. „Das viele Wasser stellt uns heute vor Herausforderungen“, so Bahlcke, „doch langfristig wird es ein Segen für die Versorgungssicherheit sein.“ Die Stadtwerke investieren insgesamt rund 50 Millionen Euro in die Wasserversorgung in Barsinghausen – inklusive der Erneuerung zahlreicher Rohrleitungen. Das neue Wasserwerk soll eine Betriebsdauer von bis zu 60 Jahren erreichen und einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Trinkwasserversorgung leisten.

Fotos: Stadtwerke