Gedenkgottesdienst in der St. Barbarakirche erinnert an den Jahrestag der Reichspogromnacht

BARSINGHAUSEN (fk).

Die Hauptkonfirmanden der Mariengemeinde bringen gemeinsam mit Bürgermeister Henning Schünhof die Kränze zum jüdischen Friedhof.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Barbara-Kirche gedachten rund 150 Besucher am Sonntagvormittag der Opfer der Reichspogromnacht. Eingeladen hatten die evangelisch-lutherische Gesamtkirchengemeinde Barsinghausen, die katholische St. Barbara-/St. Bonifatiusgemeinde, die Freikirche, die Siegfried-Lehmann-Stiftung sowie die Stadt Barsinghausen. Der Gottesdienst zum 87. Jahrestag der Reichspogromnacht wurde gemeinsam von Hauptkonfirmanden der Mariengemeinde, Pastorin Uta Junginger (Mariengemeinde), Regina Ingelmann (Pastorale Koordinatorin von St. Bonifatius) sowie Vertreterinnen der Siegfried-Lehmann-Stiftung gestaltet.

In Liedern, Gebeten und Texten erinnerten sie an das Leid der Jüdinnen und Juden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, als in Deutschland Synagogen brannten, jüdische Geschäfte zerstört und Menschen verfolgt, misshandelt und ermordet wurden. Im Mittelpunkt der Predigt und der Beiträge stand die Mahnung, die Erinnerung wachzuhalten und sich aktiv für Menschlichkeit, Toleranz und Zivilcourage einzusetzen. Besonders bewegend waren die Beiträge der Jugendlichen, die ihre Gedanken zu Erinnerungskultur und Verantwortung in der Gegenwart unter anderem mit Briefen an Anne Frank teilten. Weiterhin wurden im Gedenken die Namen der jüdischen Opfer aus Barsinghausen von Sybille Busse und Sabine Freitag verlesen.

Im Anschluss an den Gedenkgottesdienst begaben sich die Teilnehmenden gemeinsam zum jüdischen Friedhof, wo in einer stillen Zeremonie ein Kranz niedergelegt wurde. Bürgermeister Henning Schünhof sprach Worte des Gedenkens und erinnerte daran, dass das gemeinsame Erinnern ein wichtiger Teil des demokratischen Selbstverständnisses der Stadt Barsinghausen sei. „Die Opfer des 9. November mahnen uns in unserer Arbeit nicht nachzulassen“, so Bürgermeister Schünhof im Zusammenhang mit aktuellen Geschehnissen. Bürgermeister Schünhof forderte alle auf, gemeinsam mit ihm, gegen die Spaltung in unserer Gesellschaft zu arbeiten. Der ökumenische Gedenkgottesdienst zeigte eindrucksvoll, wie christliche Gemeinden, Stiftungen und die Stadtgesellschaft gemeinsam ein Zeichen gegen Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung setzen – für Frieden, Respekt und ein lebendiges Miteinander.

Fotos: Krüger