Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Barsinghausen steigt auf 778

Polizei veröffentlicht Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2023 / Mehr Fahrten unter Drogen 

Polizeihauptkommissar Christian Ebeling (re.) und Kommissariatsleiter Ludger Westermann präsentieren die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik für Barsinghausen.

BARSINGHAUSEN (fk). Nach dem vor kurzem die Polizeilichen Kriminalstatistik für Barsinghausen vorgestellt wurde, hat nun das Polizeikommissariat Barsinghausen auch die Zahlen der Verkehrsstatistik für das Jahr 2023 aus dem Stadtgebiet veröffentlicht. Der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes (ESD) Christian Ebeling und Kommissariatsleiter Ludger Westermann berichteten von einer gestiegenen Gesamtanzahl an Verkehrsunfällen auf 778 (Vorjahr 743). Ebenso ist die Zahl der Personenschäden mit 112 Fällen (Vorjahr 109) leicht gestiegen. Nach wie vor ist die häufigste Unfallursache ist mit 36 Fällen (Vorjahr 48) die missachtete Vorfahrt, gleichauf durch 36 Unfälle (Vorjahr 32) bedingt durch zu hohe Geschwindigkeit. Auf Platz drei der Statistik liegen 16 Unfälle (Vorjahr neun) bedingt durch Abbiegen. Reduziert auf acht Fälle (Vorjahr 15) haben sich hingegen die Fälle von Unfällen bedingt durch Alkoholeinfluss. Gestiegen ist die Anzahl der beteiligten Kinder unter 14 Jahren auf 14 Fälle (Vorjahr elf), wobei es im Gegensatz zu den Vorjahren keine schweren oder gar tödlichen Unfallbeteiligungen gab. Anders bei den jungen Erwachsenen, bei denen es im zurückliegenden Jahr zu einem tödlichen und zwei schwerverletzten Fällen kam. Bei der Beteiligung von Senioren an den Unfällen ist die Zahl von 21 Fällen im Vorjahr auf 15 Fälle gesunken. Wie im Vorjahr lag die Anzahl der schwerverletzten unfallbeteiligten Senioren bei vier.

Stark gestiegen ist die Zahl der an Unfällen beteiligten der Risikogruppe Fußgänger. Waren es im letzten Jahr insgesamt sieben Leichtverletzte, so weißt die Statistik in diesem Jahr insgesamt 20 an Unfällen beteiligte Fußgänger aus, von denen sich drei sogar schwer verletzt haben. Einen Schwerpunkt auf Schulwegen kann die Barsinghäuser Polizei nicht benennen. „Die Schulwege in Barsinghausen sind sicher“, so Ludger Westermann, der darauf hofft, dass dies auch so bleibt. Mit 34 an Unfällen beteiligten Pedelecfahrern, davon vier Schwerverletzte, liegt man leicht unter dem Mittel der Vorjahre. Wobei die Polizei dringend die Nutzung von Fahrradhelmen empfiehlt, dadurch hätten viele schwere Verletzungen vermieden werden können. Bei den Krad- oder Motorradfahrern lag die Zahl der an Unfällen beteiligten Person wie im Vorjahr bei zehn, allerdings in 2023 mit drei schwer verletzten Verkehrsteilnehmern. Es gab rückblickend 207 Verkehrsunfallfluchten (Vorjahr 216) mit sieben Personenschäden (Vorjahr acht). Hiervon wurden 85 Fälle (41,06 Prozent) von der Polizei aufgeklärt. Erschreckend ist die Zunahme an festgestellten Fahrten unter Drogeneinfluss. Insgesamt 55 Fahrten (Vorjahr 40) wurden hierbei aufgenommen und im Gegensatz hierzu reduzieren sich die Fahrten unter Alkoholeinfluss kontinuierlich. Christian Ebeling vermutet, dass die Zahl der Drogenfahrten durch die Legalisierung von Cannabis steigen wird. „Wir müssen mit den Auswirkungen dieser Legalisierung umgehen“, so Ebeling, der gemeinsam mit Ludger Westermann an die Nutzer von Cannabis appelliert, den richtigen Umgang mit Drogen im Straßenverkehr zu wahren. „Alkohol, Drogen und auch entsprechende bewusstseinsverändernde Medikamente haben im Straßenverkehr nichts zu suchen“, ermahnt Ludger Westermann.

Beim bisherigen Unfallschwerpunkt am Esseler Hof (L392) soll eine Veränderung des Straßenbelages zu einer Griffigkeitsverbesserung führen, um somit diesen Bereich zu entschärfen. „Auf dem Esseler Hof liegt derzeit unser besonderer Fokus“, erklärt Christian Ebeling. Insgesamt 1780 Präventionsmaßnahmen (Vorjahr 1675) hat die Barsinghäuser Polizei im Jahr 2023 durchgeführt worden. Die Schwerpunkte lagen unter anderem hierbei bei Handynutzungen während der Fahrt sowie bei Geschwindigkeitsübertretungen. Unachtsamkeit ist laut Ebeling eigentlich die häufigste Unfallursache. 287 festgestellte und geahndete Handynutzungen während der Fahrt sprechen eine deutliche Sprache.

Foto: Krüger