Gesundheitsministerin Behrens: „Die Impfung ist der Weg aus der Pandemie“

Landtagsrede von Daniela Behrens

NIEDERSACHSEN (red). Gesundheitsministerin Daniela Behrens: „Der Weg aus dieser Pandemie ist die Impfung. Nur wenn wir die Impfquote in Niedersachsen weiter erhöhen, können wir uns ein normales Leben zurückerobern. Und um die laufende 4. Welle zu brechen, müssen wir die Impfung auffrischen – also boostern, wie es umgangssprachlich heißt. In Niedersachsen tun wir wirklich alles, um möglichst schnell und möglichst viele mit Impfungen zu versorgen. Wichtig ist dabei auch die öffentliche Debatte über die Notwendigkeit des Impfens. Ich bedanke mich beim Landtag für die wichtige Debatte zu diesem Thema. Die Impfkampagne ist in Niedersachsen gut aufgestellt. Wir informieren offensiv zum Thema Impfen. Wir wenden uns auch direkt an die gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Die über 70-Jährigen wurden über die Krankenkassen angeschrieben, in den nächsten Tagen werden die über 60-Jährigen informiert. Und unsere moderne Informationskampagne über alle Kanäle nehmen zusätzlich unterschiedliche Gruppen in den Fokus. Wir wollen die Impfquote hochtreiben. Dazu gehört eine gute Impfinfrastruktur im Flächenland Niedersachsen. Die haben wir geschaffen. Wir haben fast 5.000 Praxen, die sich an der Impfkampagne beteiligen. Die Zusammenarbeit mit der KVN ist eng. Wir haben fast 200 Mobile Impfteams in den Kommunen im Einsatz, die aufsuchend impfen oder feste Impfstationen in Städten und Gemeinden eingerichtet haben. Die kommunalen Gesundheitsämter, die die Fäden vor Ort in der Hand haben, machen das großartig. Und wir haben auch viele Betriebsärzte und Betriebsärztinnen wieder im Einsatz, die direkt in den Unternehmen die Beschäftigten impfen. Mit dem niedersächsischen Betriebs- und Werksärzteverband habe ich die Unternehmen ermuntert, die Strukturen zu nutzen. Diese drei Säulen der Impfkampagne sorgen dafür, dass wir gut vorankommen.

Wir haben inzwischen 74,1% der Niedersachsen (5,9 Mio.) erstgeimpft, 70,8% zweitgeimpft (5,6 Mio.). Schaut man auf die vor allem gefährdete Altersgruppe der über 60-Jährigen sind sogar 88,7% vollständig geimpft. Das ist gut. Reicht aber noch nicht zum Beenden der Pandemie. Erstmals seit Wochen, wo es kaum Erstimpfungen gegeben hat, nehmen wir nun endlich wieder Dynamik wahr. Jede 5. Impfung durch Mobile Impfteams ist eine Erstimpfung. Als Gamechanger kann man wohl 3-G am Arbeitsplatz bezeichnen. Diese klare Zugangsregelung zum Job bringt offensichtlich viele zum Impfen. Inzwischen ist klar, wie wichtig die Auffrischungsimpfung nach 5 bis 6 Monaten Abstand zur letzten Impfung ist. Die Daten aus Israel haben das deutlich gemacht. Schon im August haben wir uns in der Gesundheitsministerkonferenz darauf verständigt, die Auffrischungskampagne anzugehen. Doch ein politischer Beschluss allein führt noch nicht zur Impfung. Wir brauchen die Ärztinnen und Ärzte und das Fachpersonal, die diese Aufgabe angehen. Die große Mehrheit von ihnen orientiert sich an der Ständigen Impfkommission (STIKO). Die Empfehlung zur Auffrischungsimpfung lag am 18. Oktober vor. Damit konnten wir groß angelegt starten. Die Auffrischungskampagne läuft sehr gut. Die Nachfrage bei Jung und Alt ist groß. Alle – die Praxen als auch die Impfteams der Kommunen – arbeiten auf Hochtour. Über 1,35 Millionen Auffrischungsimpfungen sind inzwischen passiert. 32,1% der über 60-Jährigen sind geboostert. Das ist ein ganz wichtiger Beitrag zum Gesundheitsschutz der Älteren. Insgesamt sind 17% geboostert. Das ist ein guter Start in die Auffrischungskampagne.

Lassen sie mich an dieser Stelle die vielen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und auch ihre medizinischen Fachangestellten herausheben, die mit großem Engagement zu der guten Impfquote beigetragen haben. Einen großen Dank gilt auch den Impfärzten und -ärztinnen mit ihren Teams, die als Mobile Teams überall im Land Station machen oder aufsuchend impfen. Wir können zusammen sehr stolz auf die Menschen sein. Durch sie wollen wir bis zum Jahresende 2,8 Millionen Impfungen in Niedersachsen durchgeführt haben. Derzeit bereiten wir uns auf die Kinderimpfungen für die Fünf- bis Elfjährigen vor. In Niedersachsen gibt es rund 500.000 Kinder in dieser Altersgruppe. Die Kinderimpfungen stellen einen weiteren wichtigen Baustein zur Pandemiebekämpfung dar, da die Inzidenz in dieser Altersgruppe in Niedersachsen zuletzt bei rund 550 lag. Ich gehe davon aus, dass es noch vor Weihnachten eine relativ hohe Nachfrage geben wird. Der Impfstoff wird nächste Woche an den Großhandel geliefert.

Wir werben – wie seinerzeit schon bei den Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren – sehr dafür, dass die Kommunen mit ihren Impfteams Impfmöglichkeiten für Kinder zwischen fünf und elf Jahren anbieten. Zudem haben wir erreicht, dass viele Kinderkrankenhäuser Impfungen anbieten werden. Auf diese Weise wollen wir möglichst vielen Eltern, die eine Impfung für ihre Kinder möchten, auch ein entsprechendes Angebot ermöglichen. Der Großteil der Impfungen für Kinder wird jedoch in den Praxen der Kinderärztinnen und Kinderärzte stattfinden. Das ist auch sinnvoll, denn hier gibt es ein besonderes Vertrauensverhältnis zu den Eltern und den Kindern. Fest steht, wir brauchen weitere Unterstützung von Menschen, die impfen können. Daher bin ich froh, dass meine Initiative zur Einbindung der Apotheken in die Impfkampagne in Berlin Früchte getragen hat. Wir haben gute Erfahrungen mit Grippe-Impfungen in Apotheken in Niedersachsen gesammelt. Ich bin sicher, dass man die Strukturen des Modellprojektes auch auf die COVID-19-Impfungen übertragen kann.“

Foto: Alexander Körner / Johanniter