Grünen-Fraktionssprecher Christian Röver kritisiert Einschränkungen und Streichungen von Busverbindungen

BARSINGHAUSEN (red).

Zum Fahrplanwechsel im Busverkehr teilt der Sprecher der Grünen-Fraktion im Barsinghäuser Stadtrat, Christian Röver, mit: „Folgende Änderungen ergeben sich im Bereich Barsinghausen infolge der Überplanungen im Regionalbusverkehr von 2o17, die insbesondere das Ziel hatten, die Kosten besser in den Angriff zu bekommen.

  • Einstellung Linie 533 Empelde – Nordgoltern – Bad Nenndorf
  • Streichung des Wochenendangebotes Linie 562 (Wennigsen-) Egestorf – Nienstedt
  • Streichung einzelner Fahrten in Schwachlastzeiten (früh morgens und spätabends) auf den Linien 534 Barsinghausen – Holtensen – Wunstorf (Hier nur die Spätverbindung von Teves zum Bahnhof)
  • 54o Barsinghausen – Egestorf – Wennigsen (unter der Woche je 1x spätabends; Samstags je 2x frühmorgens)
  • 56o/1 Barsinghausen – Gehrden – Empelde (unter der Woche 2x abends und 1x nachts; Samstags 1x frühmorgens, Sonntags 1x frühmorgens von Bars., 2x frühmorgens von Empelde; grundsätzliche Führung über Benthe z.T. als Ersatz für Linie 51o)
  • 57o Barsinghausen – Groß Munzel
  • Ruftaxi 53o + Barrigsen und Holtensen (Streichung der bisher letzten Verbindung an allen Tagen) – Ahlem (Mo – Do 1x spätabends, Samstags je 1x frühmorgens) Ruftaxi 53o + Barrigsen und Holtensen (Streichung der bisher letzten Verbindung an allen Tagen)

Der Rat der Stadt Barsinghausen hat am 14.12.2o17 u.a. beschlossen, dass die Verwaltung die Region auffordert, dass die Linie 533 weiter betrieben wird, um die Lebensqualität in den betroffenen Dörfern nicht zu verschlechtern. Immerhin werden Ärzte, Geschäfte, Kureinrichtungen in Bad Nenndorf auf kurzem Wege relativ bequem erreicht; die Alternative Buslinie 532 und S-Bahn ab Barsinghausen ist relativ schlecht, weil neben dem zeitlichen Mehraufwand bis zum Bahnhof Bad Nenndorf noch ein langer und für viele Menschen beschwerlicher Fußweg in die dortige Innenstadt erforderlich ist. Die Region wurde aufgefordert, alternative und zukunftsweisende Mobilitätskonzepte (Rufbus, kleinere Fahrzeuge) für schwächer frequentierte Strecken zu entwickeln. Auch erging die Aufforderung an die Region, vorrangig andere Maßnahmen zu betriebswirtschaftlichen Verbesserungen zu treffen. Ebenso, die als kritisch eingestuften Linien hinsichtlich der Linienführung attraktiver und optimierter zu gestalten. Das ist wohl nicht geschehen und nun stehen wir vor der genauen Umsetzung der angekündigten Maßnahmen. Das ist sehr ärgerlich; insbesondere hinsichtlich der Linie 533, die besonders den Westteil von Nordgoltern abkoppelt. Aber auch für die anderen von ihr bedienten Dörfer ist das schlecht, weil sie keine schnellen Verbindungen zu Ärzten, Kliniken und Reha-Einrichtungen in Bad Nenndorf mehr haben. Es ist fraglich, warum hier keine leicht geänderte Linienführung über Winninghausen, Hohenbostel und Barsinghausen geprüft worden ist, die eine deutliche Erhöhung des Fahrgastpotentials ergeben hätte, bei einigen Minuten mehr Fahrzeit und vermutlich deutlich mehr Fahrgästen. Seit Aufstellung der Überplanung des Busverkehrs in der Region haben wir zwei Rekordsommer erlebt, die deutlich machten, dass der Klimawandel immer mehr wirkt und dringend dagegen Maßnahmen ergriffen werden müssen. Gerade im Verkehrsbereich, der bisher seinen Beitrag zur Verminderung des CO2-Ausstoßes überhaupt nicht geleistet hat, im Gegenteil dieser steigt noch. Fraglich bleibt auch, inwiefern das Wochenendangebot bei Linie 562 zum Nienstedter Pass beworben worden war. Es reicht nicht, wenn an der Bushaltestelle ein Fahrplan mit Stundentakt aushängt. Die Überplanung war keine einmalige Aktion. Vielmehr müssen die Auswirkungen immer wieder überprüft werden. Der finanzielle Rahmen kann  dabei nur eines von mehreren Kriterien sein. Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge. Diese muss angesichts des Klimawandels und aus Umweltgründen verstärkt auf die Schaffung von Alternativen zur Nutzung des eigenen Pkw zielen,“ sagt Röver.

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