REGION/NIEDERSACHSEN (red).
Wasser gefriert bei 0 Grad Celsius. So weit, so klar. Wenn jedoch ein gelöster Stoff wie Zucker zugesetzt wird, ändert sich der Gefrierpunkt. Diesen chemischen Vorgang macht sich der Grünkohl zunutze, wenn er im Winter noch auf dem Feld steht. Die Pflanze wandelt bei niedrigen Temperaturen Kohlenhydrate in Zucker um, mit dem Ziel, sich vor Frost zu schützen. „Für Verbraucherinnen und Verbraucher hat das den großen Vorteil, dass der Zucker den Grünkohl leckerer und bekömmlicher macht“, sagt Erich Klug von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er ist mit der Qualität des diesjährigen Grünkohls sehr zufrieden, dessen Ernte gerade im vollen Gange ist und noch gut zwei Monate dauern wird. „Für den Frischmarkt wird der vorgezogene Grünkohl meist erst im Juli als Zweitfrucht nach der Ernte von Frühkartoffeln oder Getreide gepflanzt“, nennt Klug den Unterschied. In einigen Regionen sei es zu der Zeit verhältnismäßig kühl gewesen, die jungen Pflanzen seien daher je nach Bodenbeschaffenheit nicht so gut in Gang gekommen und mussten im weiteren Verlauf des insgesamt trockenen Sommers teilweise bewässert werden.
Fotos: Gerheide Knüttel / Text: Landvolk

