Handball: Recken zittern sich gegen Minden zum Sieg

HANNOVER-BURGDORF (red). 

Über 3400 Fans in der ZAG-Arena feierten die ihre Recken nach dem 30:29 (14:13)-Zittersieg gegen GWD Minden. Es war Rekordbesuch in dieser Bundesliga-Saison für die TSV Hannover Burgdorf und absolut passend zu einem packenden Spiel. Allein die letzte Minute war Drama pur. Erst ballerte Necj Cehte links vorbei, dann im Gegenzug ließ Mindens Damoul den Ball fallen. Das war aber noch längst nicht die Entscheidung, denn 32 Sekunden vor Schluss ging der Arm der Schiedsrichter hoch. Ivan Martinovic musste aus zehn Metern den Freiwurf nehmen, scheiterte aber an Malte Semisch im Mindener Tor. Den Gästen blieben zehn Sekunden, doch der Wurf von Christian Zeitz ging rechts vorbei. Dann suchte sich die hannoversche Erleichterung ihren Weg. Die Recken tanzten und schrien ihre Freude über den zweiten Sieg in Folge heraus. Chancen die Partie früher zu entscheiden gab es vor allem in der ersten Hälfte genug, denn die Recken machten da weiter, wo sie in Erlangen aufgehört hatten. Nach acht Minuten hieß es 5:1 und die Fans feierten.

Nach gut zehn Minuten ebbte der Schwung ab. Die Führung schmolz auf 7:6 (15.) und Trainer Christian Prokop nahm die Auszeit. Kurios: wenig später bat auch Mindens Frank Carstens zur Besprechung, doch die Recken setzten sich mit einem 4:0-Lauf auf 12:7 (21.) ab. Auch dieser Vorsprung war schnell dahin. Obwohl Nejc Cehte unter dem Jubel von den Rängen einen Wurf aufs leere Tor blockte, nutzte Minden eine Zeitstrafe gegen Bastian Roschek zu drei Treffern. Die Fehlerzahl blieb weiter hoch und beim 12:12 (26.) war die Partie wieder offen. Prokop nahm die zweite Auszeit. Wichtig, dass Filip Kuzmanovski den Negativlauf mit dem 13. Treffer unterbrach. Die Führung zur Pause dennoch schmeichelhaft, da der Wurf von Tomas Urban nach Doppelbande mit beiden Pfosten zurück ins Feld sprang und beim finalen Gegenstoß die Sirene ertönte, bevor der Ball die Linie überquerte. Durchgang zwei begann denkbar schlecht. Das Kempaanspiel von Vincent auf Johan Hansen ging schief, einen geschenkten Siebenmeter nutzte Minden zum Ausgleich und nachdem Hansen nur den Pfosten traf und Büchner gar daneben zielte war der Spielverlauf beim 14:16 (35.) auf den Kopf gestellt.

Die Recken schlugen zurück und waren wieder 18:17 (39.) vorn. Torhüter Urban Lesjak holte die Fans mit einigen Paraden endgültig wieder ins Boot. Hannover, allen voran Ivan Martinovic lief heiß und traf zum 23:20 (45.). Der Zwischenspurt kostete jedoch Körner und bei 26:25 waren GWD dran. Aber die Recken hatten ja ihre Fans, die der Mannschaft mit ihrer fantastischen Unterstützung immer wieder neue Kräfte einhauchten.

Foto: Uwe Serreck