Harte Arbeit: Recken beenden Saison mit Sieg gegen Erlangen

HANNOVER-BURGDORF (red).

Die TSV Hannover hat eine wechselvolle Saison mit einem schwer erkämpften 27:23 (11:13)-Sieg gegen den HC Erlangen beendet. Am Ende reichte der Mannschaft von Christian Prokop eine Steigerung in der letzten Viertelstunde, einen 17:20-Rückstand noch in das erhoffte Ende zu verwandeln. 9158 Zuschauer in der ZAG-Arena zunächst wenig schönen Handball. Erst nach knapp zehn Minuten kamen die Gastgeber richtig ins Spiel und lagen nach dem Dreierpack von Martin Hanne mit 6:5 vorn. Obwohl Ilja Brozovic sogar auf 8:6 (17.) erhöhte, fand die Mannschaft keinen Rhythmus. Gute Einzelaktionen wechselten mit haarsträubenden Fehlern. Sinnbildlich dafür der unglückliche Auftritt von Renars Uscins, der nach seiner Verletzungspause weiter auf der Suche nach der Form vor den Länderspielen im März ist. Auch über den Kreis ging wenig. So hatte in der 24. Minute wieder Erlangen mit 10:9 die Nase vorn. Die Anzeigetafel wollte das nicht wahrhaben und notierte das Tor ebenso wie wenig später den 11. Treffer der Gäste auf hannoverscher Seite. Nach einer längeren Unterbrechung ging es weiter. Obwohl Prokop im Rückraum mittlerweile komplett durchgewechselt hatte, tat sich bis zur Pause nichts mehr. Das 11:13 verdient.

Auch nach Wiederanpfiff setzte Erlangen auf die gewohnte Härte und beeindruckte damit offensichtlich die Hausherren. Deren Offensivbemühungen blieben Stückwerk und Torchancen ergaben sich eher zufällig. So wuchs der Rückstand auf 13:17 (39.). Nach der Auszeit Prokops wurde es endlich besser. Uscins glich zehn Minuten vor dem Ende zum 20:20 aus. Endlich war das bis dahin vermisste Tempo im Angriff da. In seinem letzten Spiel für die Recken wurde jetzt Dario Quenstedt (kam nach der Pause für Simon Gade) zum Faktor. Max Gerbl nutzte das acht Minuten vor dem Ende zum 22:21. Das lange überaus zähe Geschehen auf dem Feld hatte plötzlich auch Unterhaltungsfaktor. Quenstedt legte Parade acht und neun nach und Justus Fischer legte das 24:21 nach. Als Quenstedt kurz danach noch einen Gegenstoß entschärfte, war Erlangen geschlagen.

Emotional wurde es nach dem Spiel: Geschäftsführer Eike Kohrsen sprach von einer bemerkenswerten Saison: Im Rahmen der Euro-League ging es durch fünf Länder, dazu wurden vier Spieler in die Nationalmannschaft berufen. Dazu bedeuteten über 145.000 Fans bei den Heimspielen neuen Rekord. Tränen gab es bei den Abschieden von Branko Vujovic, Torhüter Dario Quenstedt und Ilja Brozovic, dessen Kinder in Hannover geboren wurden. Vor allem für den Recken-Keeper, der seine Karriere beendet, hätte das Drehbuch des Tages nicht besser geschrieben werden können.