Hohe Kosten für eine mögliche Querungshilfe an der Hannoverschen Straße sorgen für Unbehagen

Da weder die Polizei noch die Region Hannover eine Notwendigkeit für die Maßnahme erkennen können, müsste die Stadt die Kosten für eine Ampel selber tragen

BARSINGHAUSEN (ta). Ausgehend von einem Antrag der CDU diskutiert die Politik seit Monaten darüber, ob an der Hannoverschen Straße auf der Höhe des dortigen Friedhofes eine Querungshilfe etabliert werden soll oder nicht. Hintergrund ist, dass Besucher des Friedhofes, die mit dem Bus anreisen, die Straße von der östlichen auf die westliche Seite überqueren müssen. Unstrittig ist, dass die Bushaltestelle barrierefrei gestaltet werden soll. Dies müsse bis Mai bei der Region Hannover wegen der Fördergelder angemeldet werden, erklärte Fachdienstleiter Michael Dettmann. Eine Querungshilfe würde 100.000 Euro und eine Ampel 60.000 Euro kosten, wobei die Stadt diese Ausgaben aus der eigenen Kasse voll bezahlen müsste, denn sowohl die Polizei als auch die Region stuften die Stelle keineswegs als unsicher ein. Auch werde nicht die Mindestzahl von 60 querenden Fußgängern pro Stunde erreicht. Und wenn die Stadt die Kosten für eine Ampel selber stemmen wolle, kämen noch einmal mindestens 100.000 Euro für den Überbau des Bachgrabens auf der westlichen Straßenseite hinzu. Als Alternative zu einer Ampelanlage hatte die Verwaltung die Schaffung eines befestigten Weges zwischen dem Kreisel und der Bushaltestelle auf der westlichen Seite ins Spiel gebracht. SPD-Ratsherr Ulrich Burkat bekräftigte, dass die Sicherheit von Fußgängern schon wichtig sei, allerdings seien die aufgezeigten Optionen nicht wirklich überzeugend. Der Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Möglich wäre aus seiner Sicht der Bau einer Bedarfsampel, so Burkat. Kerstin Beckmann von „Aktiv für Barsinghausen“ betonte, die Thematik sei noch nicht für eine Entscheidung reif, vielleicht sollte man noch einmal nach anderen Lösungen suchen. Ratsherr Abdulselam Dogan (Grüne) sagte, er könne der Beschlussvorlage nicht zustimmen. Ein neuer Fußweg auf der westlichen Straßenseite sei zu teuer und nicht erforderlich, möglich sei aber eine Ampel. Auf Vorschlag von CDU-Ratsherr Karl-Heinz Neddermeier wurde eine Entscheidung vertagt. Nun soll erst einmal ein Ortstermin der Fraktionen mit der Verwaltung anberaumt werden.

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