HVB kassiert verdiente Niederlage gegen Großenheidorn

BARSINGHAUSEN (red).

Einen schwarzen Tag erwischten die Männer des HV Barsinghausen am Sonnabend im Oberligaderby gegen den MTV Großenheidorn. Irgendwie bezeichnend für den Auftritt der Gastgeber: Fünf Minuten vor Schluss ballerte Jens Pallein die Kugel nach einem Tempogegenstoß einen halben Meter über das Gästetor. Die 23:32 (12:15)-Pleite war auch in der Höhe verdient. Als Maik Bokeloh den MTV mit 23:15 (40.) in Führung brachte, herrschte auf den Rängen lähmendes Entsetzen. Zumindest viele Barsinghäuser Fans machten einen gedanklichen Haken an das Spiel und etliche Zuschauer verließen die Tribüne, um im Vorraum der Halle die Übertragung des EM-Spiels der deutschen Mannschaft gegen Kroatien zu verfolgen. Sie verpassten nicht viel. Zweimal Johannes Sonneborn und Jannis Frädermann verkürzten zwar auf 18:23 (43.) – ein wirkliches Aufbäumen war in der Folge aber nicht zu erkennen. Vor allem für ein Derby war die Körpersprache enttäuschend. Trainer Stefan Wyss nahm seine Spieler in Schutz: „Die Mannschaft will, aber wir beschäftigen uns zu lange mit Negativerlebnissen.“ Der einzige, auf den das nicht zutraf, war Torhüter Jörg Harre, den Wyss überraschend zwischen die Pfosten stellte. Harre lief sofort heiß und entschärfte gleich einen Tempogegenstoß von Großenheidorns Kreisläufer Kevin Ströh. Seine Vorderleute wirkten ebenso wie der Gegner sehr nervös, denn beide Mannschaften produzierten zu Beginn viele technische Fehler. Ebenso enttäuschend wie das Spiel war der Besuch, denn nur knapp 200 Zuschauer hatten den Weg in die Halle gefunden. Die sahen nur bis zum 6:6 (13.) ein offenes Spiel. Dann setzten sich die Gäste auf 11:7 (20.) ab. Das Beste an der ersten Hälfte aus Barsinghäuser Sicht war, dass Torsten Lippert mit der Pausensirene auf 12:15 verkürzte. Bei nur etwas besserer Chancenverwertung des MTV hätte das Spiel entschieden sein können.“ Heidorn war besser, Jörg hält uns im Spiel“, sagte Wyss. Auch den ersten Wurf der zweiten Hälfte entschärfte der HVB-Keeper. Es schien ein Weckruf zu sein, denn Lippert und Philipp Obrock verkürzten auf 14:16 (32.). Als Obrock nach Gegenstoß den Anschlusstreffer verpasste und im nächsten Angriff einen Siebenmeter an den Pfosten setzte, war der kurze Aufschwung schon wieder vorbei. Für Harre kam jetzt Timo Wegner, der vom Trainer erhoffte Impuls blieb jedoch aus, denn wie schon im ersten Durchgang fehlte dem Barsinghäuser Rückraum die Abstimmung und so konnte die Mannschaft nie das nötige Tempo entwickeln, um Großenheidorn unter Druck zu setzen. „Ich hatte mir mehr erhofft“, sagte Wyss.

HVB: Wegner, Hübner, Harre; Sonneborn (7), Lippert (5/1), Obrock (4/3), Jannis Frädermann, Julian Frädermann (beide 2), Pallein, Narten, Daseking (alle 1), Loh, Schulze, Moritz.