ICE-Trasse: Rat und Bürgerinitiative wollen Antworten zu den Plänen der Deutschen Bahn

Im Bauausschuss wird auch über eine Resolution der Stadt Barsinghausen beraten

Gerald Schroth, Vorsitzender der Bürgerinitiative Munzel

BARSINGHAUSEN (ta). Nach wie vor sind die Planungen der Deutschen Bahn zum Bau einer strittigen ICE-Strecke zwischen Hannover und Bielefeld höchst undurchsichtig. Im heutigen Bauausschuss soll dazu möglichst ein sachverständiger Experte mehr Licht ins Dunkel bringen, Unklarheit herrscht insbesondere über den Verlauf der Trasse. Im Ausschuss soll auch über eine Resolution der Stadt Barsinghausen zu dem verkehrlichen Großprojekt abgestimmt werden. Erst kürzlich hatte die Bürgerinitiative Munzel zum Thema zu einer digitalen Informationsveranstaltung eingeladen. Der Vorsitzende der BI, Gerald Schroth, erklärte, im Zentrum stehe der sogenannte Deutschlandtakt, mit dem die Bahn die Reisezeiten verkürzen wolle. Für die Strecke Hannover-Bielefeld sei eine Fahrzeit von 31 Minuten angepeilt. Noch existiere kein Planungsauftrag und das letzte Wort liege eh beim Bundestag, aber schon jetzt sei klar, dass der Aus- beziehungsweise Neubau viergleisig erfolgen solle und mit einer Maximalgeschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde gefahren werden solle. Um die gesteckten Ziele der Verkehrsplaner einhalten zu können, müsse die Streckenführung möglichst gerade erfolgen und dann wäre Barsinghausen mit verschiedenen Ortsteilen wohl sehr direkt betroffen, führte Schroth aus. Da zwischen Minden und Seelze Engpässe bei den Kapazitäten bestünden, sei wohl klar, dass die Neubauvariante im Fokus stehe. Die Frage, die sich aus Sicht der betroffenen Kommunen stelle, sei, ob es alternative Strecken gebe, mit denen der Deutschlandtakt eingehalten werden könne. Wäre hier nicht auch ein Trassenbau an der Autobahn 2 möglich? Beim Fortgang ihrer Pläne werde die Deutsche Bahn auch bestehende Raumwiderstände bewerten. Aus Sicht der BI sollte neben der Betroffenheit von bestehenden Wohnbebauungen auch der Verbrauch von Naturressourcen als Kriterium zu Rate gezogen werden. Noch seien zahlreiche Angaben und Zahlen zur Wirtschaftlichkeit des Trassenprojekts nicht einsehbar und eine politische Legitimierung des Deutschlandtaktes durch den Bundestag liege auch noch nicht vor. Für die Bürger vor Ort sei es in der jetzigen Phase daher wichtig, ihre Interessen zu formen und zu artikulieren, betonte Schroth.

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