„In 2020 ist es auch mal an der Zeit für eine Frau“

Grünen-Bürgermeisterkandidatin Nadin Quest stellt bei Mitgliederversammlung in der „Krawatte“ ihre politischen Ziele vor

BARSINGHAUSEN (red). In die Kulturfabrik Krawatte luden die Barsinghäuser Grünen ihre Mitglieder und alle Interessierten ein, um sich über den aktuellen Baufortschritt zu informieren. Die Vorstandsmitglieder Bärbel Cronau-Kretschmar und Frank Plorin führten durch das Erd- und das Obergeschoss. Fertig ist das markante Satteldach samt Fenstern, im Erdgeschoss stehen die räumliche Abtrennung des großen Veranstaltungssaales und der Bau der Bühne an, sowie die Versetzung des Sanitärtrakts. Der vorhandene Aufzug wird einen Zwischenstopp in einer Halbetage bekommen, damit die Barrierefreiheit überall geleistet ist. Der 300 Quadratmeter große Raum im Obergeschoss wurde für erste Ausstellungen bereits Ende 2019 genutzt und wird unter Beibehaltung stilprägender Säulen und Wände ebenfalls ausgebaut. „Während Corona findet hier nicht viel statt, deshalb nutzen wir die Zeit für weitere Bauarbeiten“, so Cronau-Kretschmar. Auch die Kunstschule Noa Noa ist schon in den Rohbauten kreativ. Die Eröffnung der fertig sanierten Kulturfabrik ist fest für April 2021 geplant. Nach dem Rundgang durch die „Krawatte“ stellte die Bürgermeisterinkandidatin Nadin Quest ihre Wahlplakate auf der öffentlichen Mitgliederversammlung erstmals vor und stand auch für Fragen zur Verfügung. Dabei ging es in erster Linie um Schule, das Ehrenamt und die Flüchtlingspolitik. Die 44-jährige Kandidatin betonte gemeinsam mit dem Vorstand der Grünen: „Im Jahr 2020 ist es auch mal an der Zeit für eine Frau!“ Umweltstandards im Bereich Schulsanierung und Neubauten sollten nicht immer neu diskutiert werden. „Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass höchstmögliche Nachhaltigkeit umgesetzt wird“, so Quest. Allgemein anerkanntes Ziel sei es, dass im Jahr 2050 alle Gebäude klimaneutral sein sollten – das sei nicht mehr lange hin und müsse schon jetzt Berücksichtigung finden. Ihre fünf Plakatmotive greifen daher unter anderem die Themen Familie, Bildung, Mobilität und Klimaschutz auf. Als Angestellte in der Verwaltung stellt sie sich zu Fragen aus dem Publikum wie Schule, Flüchtlingsunterbringung oder Ehrenamt nicht gegen ihren Dienstherren, kann jedoch persönliche Visionen formulieren. „Ich wünsche mir, dass wie bei Projekten, egal ob groß oder klein, mutiger nach vorne gehen und Dinge entwicklen, die das Potential haben, dass dann von außen nach Barsinghausen geschaut wird und andere und von diesem Vorbild lernen wollen“, so Quest. Das deckt sich mit den Wünschen und Forderungen der Gäste, die sich deutlich eine Veränderung wünschen und mehr Wertschätzung für die Leistung, die Einzelne und viele Gruppen für die Stadt erbringen und deren Spuren nach Jahrzehnten noch das Stadtbild oder die Gesellschaft prägen. Manchen Menschen in Barsinghausen sei Nadin Quest zwar noch kein Begriff, aber die laufenden Wahlaktivitäten in allen Ortsteilen und die Möglichkeit, sie direkt an wichtige Plätze für Gespräche einzuladen, „Lieblingsort“, werde das noch ausreichend ändern, zeigt Quest sich sicher.

Foto: ta / privat