„Jetziger Zustand der Flüchtlingszuweisung stellt Stadt vor Herausforderungen“

Bislang sind 88 ukrainische Flüchtlinge plus die knapp 50 Kinder aus Kovel nach Barsinghausen gekommen / Schon 40.000 Euro an Spenden für die Partnerstadt eingegangen / „Sozialamt arbeitet wie am Fließband“

BARSINGHAUSEN (ta). Einen Überblick über die Situation der Flüchtlinge aus der Ukraine, zur Unterbringung der Menschen in Barsinghausen und zu den weiteren Schritten verschaffte die Stadtverwaltung jetzt im gestrigen Sozialausschuss. Bürgermeister Henning Schünhof stellte eine große Hilfsbereitschaft in Barsinghausen und Umgebung für die Notleidenden in der Ukraine und für die nach Deutschland gekommenen Menschen fest, allein an Geldspenden seien bislang schon rund 40.000 Euro für die Ukraine-Hilfe eingegangen. In den letzten zwei Wochen seien schon 88 Flüchtlinge plus die knapp 50 Kinder aus Kovel in Barsinghausen eingetroffen. In der kommenden Woche würden dann weitere acht Familien sowie rund 60 Kinder aus Odessa folgen, wobei die Unterbringung der Kinder von der Hoffnungsgemeinde organisiert werde, erläuterte Heide Heyerhorst vom Sozialamt. Einen besonderen Dank richtete die Stadt an den Verein Kinderhilfe Ukraine und die Vorsitzende, Lilli Bischoff. Bischoff sagte, die Kinder seien in Gastfamilien untergebracht und seien in den Schulen integriert. Man gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass der Aufenthalt in Barsinghausen wohl länger andauern werde, daher sollten zumindest auch die Mütter nach Barsinghausen kommen können, betonte Bischoff. Zu den anderen Minderjährigen aus der Ukraine sagte Andrea Dräger (Sozialamt), für diese Kinder und Jugendlichen müsse nun der Schulbesuch organisiert werden. Schwierig einzuschätzen sei, wie lange die Geflüchteten in den aufnehmenden Familien bleiben könnten. In den drei Flüchtlingsheimen seien bis jetzt neun Personen untergebracht worden, ergänzte Heyerhorst. Henning Schünhof machte auch klar, dass die Flüchtlinge, die bisher Barsinghausen erreicht hätten, nicht über das Land zugeteilt worden seien. Die Art der Zuteilung stelle die Stadt und die Region vor Herausforderungen. Im Drehkreuz in Laatzen werde 24 Stunden rund um die Uhr gearbeitet, um die mit Bussen und Zügen Ankommenden erstmal versorgen zu können. CDU-Ratsherr Max Matthiesen sagte, es müsse möglich sein, dass Fachkräfte aus der Ukraine rasch in die Lage versetzt würden, eine Arbeit aufzunehmen und Sabine Freitag von den Grünen schlug vor, im Sozialamt eine personelle Aufstockung vorzunehmen. Dazu sagte Schünhof, der städtische Krisenstab werde den Bedarf nach mehr Personal besprechen.

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