Jetzt nachträglich beschlossen: 46 Millionen Euro stehen für die Neugestaltung des Schulzentrums bereit

Rat fasst Beschluss im Umlaufverfahren

BARSINGHAUSEN (red/ta). Erstmals fand am 18. März eine Sitzung des Rates in der sogenannten Hybridform statt. Dabei war ein Teil des Rates in der Aula im Schulzentrum Am Spalterhals vor Ort, während sich die weiteren Ratsmitglieder und die Bürgerinnen und Bürger per Videokonferenz zugeschaltet hatten. Um bei Entscheidungen von besonderer Bedeutung Rechtssicherheit gewährleisten zu können, hatte sich Rat und Verwaltung bereits vorab darauf verständigt, einige Beschlüsse nicht in der Ratssitzung zu fassen, sondern in einem nachgeschalteten Umlaufverfahren. Dazu gehörte auch die Neugestaltung und Sanierung des Schulzentrums am Spalterhals. Wie Deister Echo berichtete, trafen die Pläne für die “Campus-Variante” des beauftragten Architekturbüros auf viel Zuspruch. Nach jetzigem Stand belaufen sich die Kosten für die bauliche Neuausrichtung des Schulzentrums auf rund 46 Millionen Euro.

Das Gebäudeensemble am Spalterhals soll ein Schulzentrum mit HAG und LTS bleiben, wobei die Sichtbarkeit der LTS, insbesondere hinsichtlich der Wegeführung und der Eingangssituation, gestärkt werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, erhält die LTS einen Erweiterungsbau (D2), der sich an den bestehenden D-Trakt angliedert und sich in den neuen zentralen Haupthof (Plaza) zwischen Schulgebäude und Mensa schiebt, sodass sowohl vom Zentrum des Hauptgebäudes als auch von der neuen Zuwegung aus die Sichtbarkeit deutlich erhöht wird. In diesem Erweiterungsbau werden die Verwaltung und einige Sonderräume untergebracht. Im zu sanierenden D-Trakt werden alle Unterrichtsräume der LTS in einer reinen Clusternutzung organisiert. Ein Cluster wird jeweils durch einen Jahrgang genutzt und ist mit den allgemeinen Unterrichtsräumen, einem Gruppenraum, zwei Differenzierungsräumen, einem Medienraum sowie einigen Lernnischen ausgestattet. Zwei Cluster befinden sich auf einer Ebene und teilen sich einen Teamraum für die Lehrkräfte. Die beschlossenen Planungen für die LTS gehen von einer Dreizügigkeit der Oberschule aus. Seit ihrer Einführung im Schuljahr 2014/15 zeigt sich die LTS je nach Jahrgang zwei- bis dreizügig, ein dreizügiger Jahrgang umfasst dabei durchschnittlich 60 bis 65 Schülerinnen und Schüler. Die zulässige Schülerhöchstzahl pro Klasse an einer Oberschule sind 28 Schülerinnen und Schüler, sodass bis zu 84 Kinder einen dreizügigen Jahrgang bilden. Um dem ursprünglichen Gedanken eines Campuskonzeptes für das erste Ganztagsgymnasium in Niedersachsen aus den 1970er Jahren Rechnung zu tragen, wird der Erhalt der Mensa von allen Beteiligten begrüßt. Die räumliche Aufteilung des Speisesaals und der Küche soll optimiert werden, um so weitere Flächen für das Darstellende Spiel (auch nutzbar als städtische Kleinkunstbühne) sowie AGs der Schulen zu schaffen und somit den Ganztag zu stärken und eine höhere Frequentierung der Mensa zu erreichen. Auch die Fachklassentrakte sollen gemäß der Nutzung eines Schulzentrums sowohl vom HAG als auch von der LTS genutzt werden. Der Trakt für den naturwissenschaftlichen Unterricht (FTrakt) wurde bereits saniert und wird nur in einem Bereich optimiert, indem der große Hörsaal zu zwei Fachräumen umgebaut wird, um so die Vorgaben aus dem Raumprogramm umzusetzen. Die im G-Trakt befindlichen Unterrichtsräume für Kunst, Werken und Musik sollen auch weiterhin hier verortet bleiben. Das Raumprogramm sieht allerdings sehr viel mehr benötigte Räumlichkeiten vor, als derzeit im Erdgeschoss zur Verfügung stehen. Zur Sicherstellung der Vorgaben aus dem Raumprogramm soll das als reines Lager genutzte Untergeschoss des GTraktes überplant werden. Die Lagerflächen werden deutlich verkleinert und im nicht natürlich belichteten Teil des Geschosses untergebracht. Um für die entstehenden Werk- und Robotikräume im Untergeschoss ausreichend natürliche Belichtungsmöglichkeiten zu schaffen, sollen die nordöstlichen sowie die südöstlichen Fassadenbereiche freigelegt und mit größeren Fensterflächen ausgestattet werden. Die bestehenden Räumlichkeiten im Erdgeschoss werden den nutzungsbedingten Anforderungen im Schulablauf angepasst und neu im Grundriss organisiert. Im Erdgeschoss des C-Traktes entsteht eine weitere Ebene, die der Nutzung durch beide Schulen dienen soll. Zusätzlich zur bereits sanierten Bibliothek werden hier künftig die Fachräume für Informatik entstehen. Die Freizeitbereiche beider Schulen in den Untergeschossen des A- und des B-Traktes werden saniert, bleiben räumlich aber weitestgehend unverändert. Die kleine Bücherei, die sich im zentralen H-Trakt befindet und ebenfalls von beiden Schulen genutzt wird, wird vergrößert. Gleiches gilt für den dort vorhandenen Kiosk, der erweitert und als Cafeteria nutzbar ausgebaut wird und einen Außenbereich im anliegenden Innenhof erhält. Ähnlich dem Clusterkonzept an der LTS soll auch der allgemeine Unterricht am HAG jahrgangsweise gebündelt werden. Hierfür bietet sich aufgrund der erforderlichen Größen die Einrichtung von „Jahrgangsebenen“ an, d.h. es haben z.B. alle Fünftklässlerinnen und Fünftklässler ihre Klassenräume im 1. Obergeschoss des A-Traktes, die sechsten Klassen sind im 2. Obergeschoss des A-Traktes untergebracht usw. Für die Unterbringung dieser Jahrgangsebenen stehen jeweils 2 Geschosse in den Trakten A, B und C zur Verfügung. Im CTrakt sollen sich auf den oberen beiden Ebenen alle Kursräume für die Schülerinnen und Schüler ab Jahrgang 12 befinden. Um nach diesem pädagogischen Konzept alle Schülerinnen und Schüler jahrgangsgebunden im Gebäude unterbringen zu können, ist ein weiterer Erweiterungsbau (C2) erforderlich. Dieser soll in der Nähe zum Kursbereich der Oberstufe, also neben dem C-Trakt entstehen und die Klassenstufen 9-11 beherbergen. Die Verwaltung des HAG wird sich künftig über das Erdgeschoss des A- und des B-Traktes erstrecken, die bereits jetzt in diesem Bereich miteinander verbunden sind. Dank dieser Erweiterung des Lehrerbereiches sind künftig alle Lehrerinnen, Lehrer sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit weiteren Verwaltungsaufgaben in einem gemeinsamen Bereich untergebracht und nicht mehr wie derzeit auf verschiedene Trakte verteilt. Um für alle Nutzerinnen und Nutzern eine barrierefreie Erschließung aller nicht zu ebener Erde gelegenen Nutzungsbereiche sicherzustellen, wird für die mehrgeschossigen Trakte jeweils ein außenliegender Aufzug vorgesehen. Die tatsächliche Notwendigkeit bleibt der weiteren Planung vorbehalten. Auch alle weiteren die Inklusion, den Ganztag und den Brandschutz betreffenden Anforderungen werden im Rahmen des Gesamtsanierungskonzeptes berücksichtigt und umgesetzt. Der erarbeitete Masterplan sieht darüber hinaus die Verortung eines optionalen Schulgebäudes für die BBS sowie einen Standort für eine perspektivisch erforderliche zusätzliche Sporthalle vor. Die Sporthalle gliedert sich dem vorhandenen Sportbereich an. Die BBS wird in der östlichen Grundstücksecke zwischen G-Trakt, Sporthalle und Außensportbereich verortet. Durch die Anordnung der einzelnen Trakte zueinander ergeben sich automatisch verschiedene Schulhofbereiche, die miteinander verbunden sind. Durch die Anordnung der beiden Erweiterungsbauten D2 und C2 wird dieses Prinzip der sich öffnenden Höfe noch weiter verstärkt. Die entstehenden Höfe sollen verschiedene Nutzungsschwerpunkte in Anlehnung an das mit XVIII/1083 beschlossene Schulhofkonzept erhalten und so altersgerecht die gemeinsame schulübergreifende Nutzung fördern.

Fotos: ta / Planskizze: Architekturbüro Remke & Partner