Jugendwerkstatt und Wertstoffhof: Grüne informieren sich über LABORA

BARSINGHAUSEN (red).

Über die Arbeit der Jugendwerkstatt Labora in der Hannoverschen Straße informierten sich am Montag Mitglieder des Ortsverbands von Bündnis ‘90/Die Grünen. Die Betriebsleiterin Daniela Möhlenbrock führte die Gäste durch die verschiedenen Arbeitsbereiche, wie den Wertstoffhof mit angeschlossener Werkstatt und dem Hauswirtschaftsbereich. „Wir haben 20 Plätze für junge Menschen in der Werkstatt, die zwischen sechs Monaten und zwei Jahren bei uns bleiben. Wir versuchen ihnen eine Tagesstruktur zu geben, sie auch in Praktika oder in Ausbildungen zu vermitteln und ihnen vor allem Zeit zu geben, sich zu entwickeln“, erzählte Daniela Möhlenbrock. Wert legt das Team darauf, dass die Teilnehmer eigene Ideen umsetzen und Dinge selbstgestalten können. Am großen Tisch neben der Küche wird gemeinsam gefrühstückt und zu Mittag gegessen. „Hier geht es auch darum, sich wohlzufühlen. Es findet jeder einen Platz, wie in einer großen Familie“, so Daniela Möhlenbrock. Zum Team gehören sieben Hauptamtliche. In der Werkstatt helfen außerdem Ehrenamtliche oder eine Frau, die von der Stadt in einen 80-Cent-Job vermittelt wurde. Eine junge Frau absolviert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr und macht Angebote im Bereich Umweltbildung. Wichtig sei es, so die Betriebsleiterin, dass sie Werkstatt mit ihrer Arbeit in die Öffentlichkeit gehe. Das passiere automatisch mit den Öffnungszeiten des Wertstoffhofs, aber auch mit Veranstaltungen, wie einem Adventsmarkt oder Berichten über besondere Aktionen. „Tue gutes und rede darüber. Das steigert auch das Selbstbewusstsein der Jugendlichen“. Seit Frühjahr 2016 bietet außerdem Labora mit dem vom Jobcenter und der Region Hannover geförderten Projekt „InjuF“ (Integration junger Flüchtlinge) eine Integrationsberatung an. Über 200 Personen wurden mittlerweile in Wennigsen, in den Barsinghäuser Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete und vor Ort beraten. „Die Evaluation zeigt, dass immer mehr Frauen die Beratung in der Hannoverschen Straße besuchen, oft zusammen mit ihren Kindern. Die Männer warten eher auf die Sprechzeiten in den Unterkünften“, hat Daniela Möhlenbrock bemerkt. In der Diskussion ging sie auch auf die Probleme der Jugendwerkstätten ein. So ende am 31. Dezember 2020 die aktuelle Förderperiode durch das Jobcenter und die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds, die von der N-Bank vergeben werden. Eine Finanzierung über diesen Zeitraum hinaus ist nicht gesichert. „Wir wünschen uns vom Land eine Zusicherung einer Übergangsfinanzierung, bis das geklärt ist. Die Jugendwerkstätten müssen – nach über 30 Jahren – endlich als Teil des Bildungssystems anerkannt werden. Wir brauchen niedrigschwellige Maßnahmen für junge Menschen, die von anderen Angeboten nicht profitieren oder überfordert sind“, machte Daniela Möhlenbrock deutlich. Ein weiteres Anliegen will Christian Röver mit in die Fraktion nehmen: bei Labora sind drei Jugendliche beschäftigt, die noch die Schulpflicht erfüllen müssen. Die Jugendwerkstatt will einen Antrag bei der Stadt auf Kostenübernahme für jeden der besetzten Plätze stellen, so wie es andere Kommunen bereits machen.

Foto: Sabine Freitag