Junge Menschen mit Migrationsgeschichte gehen mit gutem Beispiel voran

Projekt „360 Grad – Erfolgreich Dual virtuell“ vom Bund prämiert

REGION (red). Ein Vorzeigeprojekt hat einen großartigen Abschluss gefunden. Das Projekt „360 Grad – Erfolgreich Dual virtuell“ zeigt, wie gelungene Netzwerkarbeit mit Bildungs- und Integrationstätigkeiten einhergehen. Eine Erfolgsgeschichte, die am 31.10. gemeinsam mit neun anderen Projekten aus mehr als 100 Beiträgen von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger ausgewählt und ausgezeichnet wurde. Hintergrund: Der Bund hat erstmals einen Preis für digitale Berufsorientierung vergeben, den D-BOP-Preis. Ausgezeichnet werden hier innovative Berufsbildungsangebote. Ziel des Projektes war es, Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrations- und Fluchterfahrungen frühzeitig über verschiedene Ausbildungsberufe zu informieren und durch den Einsatz von Virtual Reality (VR) die Berufswahl zu erleichtern. Das Herzstück des Projektes bildete die Einrichtung einer innovativen Lernwerkstatt, in der die Teilnehmenden bestehend aus Geflüchteten in Ausbildung, VR-Videos mit realen Szenen aus dem Berufsalltag produzierten. Diese VR-Erkundungen wurden wiederum gezielt eingesetzt, um mit Jugendlichen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsberuf sind, in Kontakt zu treten und Jobeindrücke zu vermitteln.

Ein besonderes Anliegen des Projektes war die gezielte Ansprache von Frauen, die sich auch für klassische Männerberufe interessieren. Durch die VR-Erkundungen wurden bewusst Rollenklischees in der Arbeitswelt aufgebrochen, um ein breites Spektrum an Berufsmöglichkeiten vorzustellen und die Neugier der Jugendlichen zu wecken. Das Projekt trug nicht nur dazu bei, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, sondern reagierte auch aktiv auf die aktuelle Flüchtlingssituation. Unterstützt von einem engagierten Team von 25 Brückenbauern, die in Dualer Ausbildung sind oder diese erfolgreich abgeschlossen haben, wurde die Lernwerkstatt zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs. Die erworbenen Fähigkeiten sollen dazu dienen, (zukünftige) Auszubildende zu ermutigen, aktiv Fragen zu stellen, Situationen einzuordnen und Problemlösungen zu finden. Unser Ziel ist es, Ausbildungsinteressierte für die entsprechenden Berufe zu begeistern und durch das Training von Sozialkompetenzen Ausbildungsabbrüche langfristig zu verhindern. Über ein Folgeprojekt entscheidet die Regionsversammlung im Dezember.

Foto: © Christian Stahl, Region Hannover