Keine übertriebene Tierliebe bei Rehkitzen

Förster fordern Spaziergänger und Radfahrer zur Rücksichtsnahme auf

BARSINGHAUSEN (ta). Im Mai wurde die diesjährige Generation der Rehkitze geboren. Aus diesem Grund sind Spaziergänger und Radfahrer in Wald- und Feldbereichen zu rücksichtsvollem Verhalten aufgefordert.

Shot of the yearGenaue Geburtenzahlen für den Deister lägen zwar nicht vor, so Michael Rudolph, Förster und Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforste. Man könne aber nach vorsichtigen Schätzungen von cirka sechs bis sieben jungen Rehktzen auf hundert Hektar ausgehen. In der Regel würde der Nachwuchs gut getarnt und in von Menschen weniger frequentierten Arealen abgelegt, wo sie regungslos im Gras verblieben.

Insbesondere in den ersten Lebenswochen sei der Fluchtinstinkt bei den Kitzen noch nicht ausgeprägt, daher sollten Ausflügler zur Zeit besser auf Querfeldeintouren verzichten, so Michael Rudolph. Zudem gelte momentan natürlich auch die Leinenpflicht für Hunde. Treffe man trotzdem auf ein Jungtier, sei übertriebene Tierliebe völlig fehl am Platz. Die Kitze sollten auf gar keinen Fall angefasst oder gestreichelt werden, weil der menschliche Geruch haften bleibe und so die Gefahr der Verwaisung bestehe. Und schon gar nicht sollte ein Kitz mitgenommen werden, um es beispielsweise zu einem Tierheim zu bringen, betont der Förster.

 

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