Landesforste wollen dem Klimawandel mit stabilen Mischwäldern Paroli bieten

REGION/LAND (red).

Über die Auswirkungen des Klimawandels, von Stürmen und Dürren sowie die Ausbreitung des Borkenkäfers haben Waldbesitzer, Naturschutzverbände und die Politik ausgiebig diskutiert. Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, die etwa ein Drittel des Waldes in Niedersachsen bewirtschaften, begrüßt, dass die Politik den Ernst der Lage erkannt hat. „Den bereits angekündigten Hilfen nun konkrete Maßnahmen folgen zu lassen, ist der katastrophalen Situation in den Wäldern angemessen.“ erklärt Dr. Merker. Von dieser Lage seien allerdings nicht nur der Privatwald, sondern auch der öffentliche Wald betroffen, zu dem die Niedersächsischen Landesforsten zählen. Mit Blick auf die vor den Waldbesitzenden liegende Aufgabe des Waldumbaus erläutert Dr. Merker: „Die Entwicklung des Waldes hin zu stabilen Mischwäldern treiben wir in den Landesforsten seit 30 Jahren mit unserem LÖWE-Programm intensiv voran, bis heute mit etwa 120 Mio. gepflanzten Bäumen und ca. 250 Mio. EURO. Der sich beschleunigende Klimawandel zeigt nun, dass das Konzept wichtiger und dringender denn je ist.“ Bisher sei dies mit den Erträgen aus der Forstwirtschaft finanziert worden, was aber aufgrund der schlechten Lage am Holzmarkt für die Wiederbewaldung der von Sturm, Dürre und Borkenkäfer entstandenen großen Freiflächen nicht gelingen könne, so Merker weiter. Letzten Endes seien die als Folge des Klimawandels entstehenden Kosten auch gesamtgesellschaftlich zu verantworten und nicht allein den Waldbesitzern anzulasten. Dass der Wald einerseits Opfer des Klimawandels ist, die Forstwirtschaft aber auch einen wichtigen Beitrag zu dessen Eindämmung leisten kann, würde noch zu wenig berücksichtigt. „Holz entzieht im Laufe seines Wachstums Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Wird das Holz anschließend genutzt und verarbeitet, um daraus Dachstühle, ganze Häuser oder Möbel zu bauen, bleibt der Kohlenstoff über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte der Atmosphäre entzogen.“ erklärt Dr. Merker die klimaschützende Leistung des Waldes und des Rohstoffs Holz. Besonders vorteilhaft sei der Einsatz von Holz dann, wenn dadurch Materialen wie Kunststoff, Aluminium, Beton oder Stahl ersetzt werden, bei deren Produktion viel Kohlenstoff freigesetzt würde. „Der Einsatz von Holz muss durch gezielte Förderungen z.B. in Bauordnungen, aber gerade auch im Hinblick auf die Vermeidung von Plastik gestärkt werden.“ fordert der Präsident der Niedersächsischen Landesforsten.

Foto: Niedersächsische Landesforsten