Leserbrief: Kerstin Wölki vermisst Weihnachtszauber in der Innenstadt

BARSINGHAUSEN (red/ta).

Kurze Vorbemerkung der Deister Echo-Redaktion: Der Verein Unser Barsinghausen hatte zur Eröffnung des Weihnachtsdorfes am Thie mitgeteilt, dass man sich in diesem Jahr mit Blick auf die Energiekrise bei der weihnachtlichen Ausschmückung der Fußgängerzone auf den Thie und den Europaplatz beschränkt und auf zu viel Beleuchtung verzichtet.

Zum Thema lesen Sie nun einen Leserbrief von Kerstin Wölki: „Die (Vor-)Weihnachtszeit ist der Jahresabschnitt, der am stärksten von Gefühlen geprägt ist. Die freudige Erwartung an das bevorstehende Weihnachtsfest verstärkt die positiven Emotionen genauso wie die Angst vieler Menschen vor der Einsamkeit an Weihnachten. In dieser Zeit kommt weihnachtlich gestalteten Innenstädten eine besondere Bedeutung zu. Schauen wir uns Barsinghausen an, dann ist davon leider nicht wirklich viel zu sehen. Am Eingang der Fußgängerzone stehen etwas verloren zwei einsame Schneemänner, danach kommt man an Schaufenstern ohne Weihnachtsschmuck vorbei, Weihnachtsbäume oder -beleuchtung sind ebenfalls nicht zu sehen. Was ist in Barsinghausen passiert, dass es nur noch am Thie weihnachtet? Wo ist das Barsinghausen geblieben, in dem, damals durch die IG Weihnachtsdorf, weit über 100 Bäume in der Stadt aufgestellt und geschmückt waren? Wie kann erreicht werden, dass Barsinghausen wieder weihnachtlicher erscheint und damit auch wieder mehr Besucher in die Innenstadt lockt? Der Verein „Unser Barsinghausen“ bemüht sich redlich, uns eine Weihnachtsatmosphäre zu schaffen, das scheint aber nicht den Erfolg zu bringen, den es benötigt, um den Zauber vergangener Jahre heraufzubeschwören. Was können wir also tun, um unsere und die Augen unserer Kinder wieder leuchten zu lassen? Dass es mehr finanzielle Unterstützung bedarf, glaube ich nicht. Der Zuschuss der Stadt und die Gebühren der Händler sollten die Kosten decken können. Warum funktioniert es in unseren Nachbarstädten? Ich höre immer öfter von „Weihnachtsmarkt-Tourismus“ in die benachbarten Kommunen. Die Besucher berichten, dass dort gegenüber den Vorjahren sogar „aufgerüstet“ wurde, um eine weihnachtliche Atmosphäre zu schaffen. Hat für uns Barsinghäuser Bürger eine weihnachtliche Innenstadt eine besondere Bedeutung? Wertschätzen wir die Bemühungen der Geschäftsleute und der Standbetreiber, uns eine weihnachtliche Innenstadt zu schaffen? Dann sollten wir das auch entsprechend anerkennen und durch Besuche und Einkäufe in Barsinghausen honorieren. Wenn diese Fragen geklärt sind, müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie Verbesserungen aussehen können. Welche Rahmenbedingungen müssen vorliegen, damit Standbetreiber nicht aufgeben? Welche Angebote erwarten Besucher, muss hier nachgebessert werden? Bestehen bürokratische Hürden und wenn ja, wie können die beseitigt werden? Existiert ein tragfähiges Konzept? Benötigt das Planungs- und Realisierungsteam Verstärkung? Für Weihnachten 2022 kommen diese Überlegungen zu spät. Aber für die kommenden Weihnachten habe ich viel Hoffnung, dass auch Barsinghausen eine attraktive Innenstadt zu Weihnachten haben wird. Alle die bisher dabei sind, bitte ich, dabeizubleiben. Alle die zusätzlich unterstützen können, bitte ich, dies zu tun. Lassen sie uns gemeinsam ein Zeichen setzen für eine weihnachtliche Stadt, für unsere Stadt. Zeigen sie, dass sie zu unserem Barsinghausen und seinem Weihnachtsdorf stehen. Wir treffen uns am 21. Dezember ab 17 Uhr auf einen Glühwein, eine Bratwurst, Schmalzgebäck oder für die Kinder eine Fahrt auf dem Karussell im Weihnachtsdorf am Thie. Kommen sie dazu!“

Kerstin Wölki, FDP-Ratsfrau und Gründerin des Weihnachtsdorfes

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