Leserbrief zur umstrittenen Fällung der Rotbuchen in Egestorf

Kristina Henze beklagt die verödete und trostlose Fläche, die zurückgeblieben ist

EGESTORF (red). „Wer ohne innere Bilder lebt, ohne Imagination und ohne Sensibilität, der wird gar nichts sehen. Dem wird auch nicht auffallen, dass die ohne Not gefällten Buchen nun den Blick freigeben auf ein verödetes, trostloses Areal, über das der Sturm braust und auf dem nur noch ein einsames „gerettetes“ Eichhörnchen hausen darf, das sich nach seltenen Artgenossen sehnt. Dackel Lotta der Künstlerin Kristina Henze wundert sich, warum die prächtigen Rotbuchen an der Ecke Nienstedter Str./Am Schützenplatz vorschnell verschwinden mussten. Sie haben während der letzten Stürme Standfestigkeit gezeigt im Gegensatz zu vielen anderen Bäumen. Die Rotbuche wurde übrigens zum Baum des Jahres 2022 erklärt. Das geschah nicht zufällig, denn für das Kuratorium „Baum des Jahres“ symbolisiere er den Zwiespalt zwischen Verzweiflung und Hoffnung in der Klimakrise. Er ist also ein ganz besonderer Baum, der Herkules unter den vielen anderen. Beim Ausbaggern der Baumwurzeln am 2. März wurden vier Kabel zerstört, so dass eineinhalb Tage Internet, Telefon, Fernsehen in diesem Ortsteil ausfielen. Leicht zu verschmerzen im Gegensatz zur zunehmenden Tristesse unserer Umwelt.“

Kristina Henze, Egestorf

Foto: Kristina Henze