BARSINGHAUSEN/KIRCHDORF (red).
Die unglaubliche Zahl von 3318 Amphibien retteten Schüler des HAG und der LTZ sowie Ehrenamtliche des NABU und der Stadt im Zeitraum vom 22. Februar bis zum 13. April am Hochwasserrückhaltebecken Rehpfad, an der Max-Planck-Straße und am Egestorfer Kirchweg. Zuvor war von Michael Barth (Stadtverwaltung Barsinghausen) der Aufbau des Schutzzaunes organisiert worden.
Mit Beginn der Amphibienwanderung übernahmen dann die Schüler der Spalterhals-Schulen sowie die ehrenamtlichen Aktiven des NABU Barsinghausen und der Stadt das Einsammeln der Amphibien. Das Ergebnis dieses Projektes kann sich sehen lassen. Mit 3318 geretteten Amphibien wurden die Zahlen vom letzten Jahr mehr als verdreifacht. Dabei wurden insbesondere in den Abendstunden zahlreiche Tiere von den Straßen und befahrbaren Wegen (Rehpfad, Waldapotheke) gerettet. Ein Grund für die starke Zunahme in diesem Jahr sind die verstärkten Abendkontrollen des NABU. So konnten alleine am Abend des 11. März insgesamt 757 Amphibien eingesammelt und zu den jeweiligen Teichen am Rehpfad und zum Haldengelände gebracht werden; davon über 400 Tiere auf den Straßen und Zuwegungen.
Leider wurden dieses Jahr wieder mehr Amphibien (insbesondere Molche) überfahren, da die Schutzzäune um die Hälfte reduziert werden mussten. Daher wird nochmals gebeten, in den Wanderzeiten diesen Bereich besonders aufmerksam zu befahren oder wenn möglich zu meiden.
Bei den geretteten Tieren handelt es sich im einzelnen um
Jahr 2026 2025
Erdkröten : 2208 745
Fadenḿolche : 772 173
Bergmolche : 283 81
Grasfrösche : 43 14
Feuersalamander : 10 0
Teichmolche : 2 2
3318 1015
Verblüffend ist die starke Zunahme der Fadenmolche, die sich mehr als vervierfacht haben. Sie machten auch den größten Teil der überfahrenden Tiere aus, während es bei den Kröten nur zu wenigen Totfunden kam. Teichmolche treten hier nur vereinzelt auf, sind aber sehr leicht mit den Fadenmolchen zu verwechseln, so dass es durchaus sein kann, dass einige Teichmolche übersehen wurden.
Zwei Drittel der Amphibien wurden im Bereich der Rehpfadbecken festgestellt. Da der Bereich zwischen den Schranken beim Haldengelände nicht extra kontrolliert wird, ist davon auszugehen, dass dort auch noch eine erhebliche Anzahl von Amphibien die Straße querten. Allerdings stehen die Teiche des Haldengeländes unmittelbar vor der Verlandung.
Daher hatte der NABU die Klosterforsten im Herbst letzten Jahres gebeten, ein Ersatzbiotop auf der gegenüberliegenden Seite des Haldengeländes zu schaffen. Die Klosterforsten, vertreten durch Frau Schotte, erklärten sich sogleich bereit und übernahmen auch die Kosten hierfür. In dem neu geschaffenen Teich konnte jetzt schon Grasfrosch- und Erdkrötenlaich festgestellt werden. Auch viele Bergmolche und Feuersalamanderlarven wurden gesichtet. Der NABU bedankt sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und für den unermüdlichen Einsatz der freiwilligen Helferinnen und Helfer.
Fotos: NABU Barsinghausen


