Nach vier Jahren im Amt zieht Bürgermeister Marc Lahmann eine Halbzeitbilanz

BARSINGHAUSEN (red).

Mit der Annahme der Wahl am 24. Januar 2013 wurde Marc Lahmann für acht Jahre hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Barsinghausen. Nach vier Jahren, „zur Halbzeit“, ist es ein guter Zeitpunkt, einmal zurückzublicken sowie einen Ausblick auf die nächsten vier Jahre zu wagen. „Die Umsetzung des Haushaltskonsolidierungskonzeptes und die damit einhergehende Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Stadt Barsinghausen ist nicht nur eine große Herausforderung gewesen, sondern auch ein großer Erfolg“ so Bürgermeister Lahmann. Die kameralen Soll-Fehlbeträge in Höhe von 14.970.360,00 € konnten komplett abgebaut werden. Basierend auf den geprüften bzw. vorläufigen Jahresabschlüssen der Jahre 2013 bis 2016 konnten Überschüsse von rund 33,9 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Musste die Zahlungsfähigkeit der Stadt im Januar 2013 noch durch Liquiditätskredite in Höhe von über 21 Mio. Euro sichergestellt werden, so bedarf es dieser seit 2015 nicht mehr und sämtliche Zahlungen können durch laufende Einnahmen sichergestellt werden. Mittlerweile konnten Rücklagen von rund 14 Mio. Euro aufgebaut werden. Ebenso konnten die Geldschulden um 10 Mio. Euro verringert werden. Dies macht sich bei der Eigenkapitalquote (Januar 2013 = 62,76% zu Januar 2017 = 69,04%) ebenso wie beim Verschuldungsgrad (37,07% zu 30,75%) positiv bemerkbar. Diese wirtschaftliche Gesundung der Stadt Barsinghausen spiegelt sich auch bei den Arbeitslosenzahlen wieder. Waren Anfang 2013 noch 999 Barsinghäuser Bürgerinnen und Bürger arbeitssuchend (6%), so betrug die Anzahl zum Jahresende 2016 nur noch 829 Personen (4,8%). Neben einer insgesamt deutschlandweiten guten Entwicklung haben hierzu unter anderem die Gewerbeansiedlungen und Erweiterungen von Laverana, AV Design, Bergmann Automotive GmbH sowie der Spedition Hunold gesorgt, um nur einige Beispiele zu nennen. Kurz vor der Fertigstellung stehen zwei weitere Gewerbegebiete, „Calenberger Kreisel“ und das Logistikzentrum Groß Munzel, so dass weitere Expansions- und Neuansiedlungsmöglichkeiten gegeben sind, die die Wirtschaftskraft Barsinghausens weiter steigern. Aber auch im Bereich des Wohnungsbaus wurden mit der Ausweisung und dem Verkauf von Grundstücken u.a. in den Wohnbaugebieten „Neue Bergwiese“ und „Nieder-Mühen-Teich“ in Barsinghausen, „Am Alten Sportplatz“ in Kirchdorf, dem „Wassermühlenfeld II“ in Wichtring-hausen sowie der „Dorfwiese“ in Bantorf Erfolge erzielt. Im Rahmen des Regionalen Raumordnungsprogrammes (RROP) konnte zudem erreicht werden, dass Großgoltern den Siedlungsschwerpunkt „Wohnen“ erhalten hat. Die Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen für Kanalbaumaßnahmen ist eine weitere Verbesserung, die für die Bürgerinnen und Bürger erreicht werden konnten. Ebenso wurde in der Kernstadt die Innenverdichtung stark vorangetrieben. Städtebaulich hat sich Barsinghausen in den letzten vier Jahren auch verändert. Das Rathaus II wurde saniert, ein neues Job-Center wurde auf dem ehemaligen Raiffeisengelände errichtet und am Kaiserhof steht die Baumaßnahme in Kürze vor dem Abschluss. Für die Dorfentwicklung der Ortsteile Barrigsen, Holtensen und Ostermunzel hat die Stadt Barsinghausen seit 2013 Fördersummen für private Renovierungsmaßnahmen bereitgestellt. Insgesamt fast 500.000,00 Euro wurden in Teil- und Komplettsanierungen investiert. Insgesamt 607 Bauanträge in den letzten vier Jahren sprechen eine deutliche Sprache, dass sich in Barsinghausen viel bewegt hat. Mit der Fertigstellung des Umbaus der Fußgängerzone konnte der Innenstadt ein neues positives Gesicht gegeben werden. Besonders zu erwähnen ist, dass nun alle Geschäfte barrierefrei erreicht werden können. Die Stadt Barsinghausen ist dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nachgekommen und ermöglicht heute Baumbestattungen und die Bestattung von Sternenkindern. Im Bereich des Ehrenamtes konnten mit der Neuausrichtung des Freiwilligenzentrums oder der Einführung von Seniorenberatern weitere bedarfsgerechte Angebote etabliert werden. Die Feuerwehren in Göxe und Eckerde haben Anbauten erhalten, um für die Kameradinnen und Kameraden gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Weitere Baumaßnahmen in Hohenbostel und Großgoltern sind in Planung oder bereits in der Umsetzung. Darüber hinaus wurden für die Ortsfeuerwehren in Barsinghausen seit 2013 Fahrzeuge im Gesamtwert von 740.000,00 Euro angeschafft. Die hohe Bedeutung des Ehrenamtes in Barsinghausen zeigt sich ebenfalls in der guten und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Unser Barsinghausen e.V., IG Weihnachtsdorf oder dem Stadtfestverein für Bürger e.V. Durch die Übertragung des Lehrschwimmbeckens in der Adolf-Grimme-Schule auf einen Trägerverein, konnte diese Einrichtung durch ehrenamtliches Engagement erhalten bleiben. Trotz oder auch gerade aufgrund der erfolgreichen Umsetzung des Haushaltskonsolidierungsprogrammes wurden umfangreiche Sanierungen und Neubauten bei der städtischen Infrastruktur vorgenommen. Hierunter fallen z. B. die Neugestaltung der Straßensituation vor der KGS Goethestraße sowie die energetische Umrüstung von 1.190 Straßenlaternen, davon 90% auf LED. Außerdem wurden alle 18 Ortsteile mit schnellem Internet (50 mBit) ausgerüstet. Im Bereich der Kinderbetreuung konnten mit der Errichtung der Krippe „Am Bullerbach“, der Integrativen Kindertagesstätte Goltern, der Kindertagesstätte in der St. Barbara Gemeinde sowie mit der Einrichtung der Großtagespflege in der Thomasgemeinde in Hohenbostel über 100 neue Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden. Außerdem sind die Öffnungszeiten erheblich erweitert worden. Ebenso gestiegen ist die Zahl der Tagesmütter von 25 auf 44, so dass heute 140 Kinder durch Tagesmütter betreut werden. Durch die Einführung einer zentralen Kitaplatzvermittlung durch die Stadt Barsinghausen ist heute eine zentrale Anmeldung für alle Kindertagesstätten möglich. Neben dem Ausbau und der Stärkung der Kindertageseinrichtungen wurde auch die schulische Infrastruktur verbessert. Die Sanierung des Schulzentrums am Spalterhals mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 6 Mio. Euro wurde begonnen, der Sportbereich hat einen Anbau mit Foyer erhalten und in der KGS Goetheschule wurden diverse Sanierungen und Modernisierungen durchgeführt, unter anderem die Sanitäranlagen im Eingangsbereich. Die Grundschule Groß Munzel inkl. Turnhalle wurde und wird noch umfangreich für 2 Mio. Euro renoviert. Abgeschlossen sind bereits die Maßnahmen an den Turnhallen der Astrid-Lindgren-Schule, der Ernst-Reuter-Schule und der Adolf-Grimme-Schule. Zudem wurde die technische Ausstattung mit modernen Lernmitteln an den Schulen verbessert. Mit dem geplanten Neubau der Wilhelm-Stedler-Schule steht bereits die nächste große Baumaßnahme im schulischen Bereich in den Startlöchern. Vielleicht nicht im ganz großen öffentlichen Fokus, aber nicht von geringerer Bedeutung, ist die Rekommunalisierung der Strom- und Gasnetze. Gemeinsam mit der AVACON AG ist die Stadt nunmehr Eigentümerin dieser Netze, so dass neben der unabhängigen Versorgungssicherheit für die Einwohner unserer Stadt auch eine Verbesserung der städtischen Finanzlage erreicht wurde. Die Stadtwerke Barsinghausen GmbH steht zudem als regionales verlässliches Versorgungsunternehmen zur Verfügung. Um auch in Zukunft die Trinkwasserversorgung in Barsinghausen für die nächsten Jahrzehnte sicherstellen zu können, werden aktuell die Planungen für ein neues Wasserwerk in Eckerde vorangetrieben. Vielfältige Herausforderungen und Erfolge haben die vergangenen vier Jahre gekennzeichnet. Aber auch die kommenden vier Jahre werden nicht weniger arbeitsreich. Die Integration von Flüchtlingen wird uns weiterhin stark beschäftigen. Für diese Aufgabe, aber auch viele andere Herausforderungen ist es wichtig, dass die ehrenamtlichen Strukturen gestärkt werden. Die Verschneidung und Verzahnung der KiTa-, Schul- und Stadtentwicklungsplanung wird die weitere Stadtentwicklung prägen. Hierbei soll die vorhandene Infrastruktur bedarfsgerecht ausgelastet werden, so dass außerhalb der Kernstadt Kinderbetreuungseinrichtungen wie auch Grundschulen erhalten bleiben und die Ortsteile gestärkt werden. Gezielt sollen dafür Baulandausweisungen auch in den Dörfern genutzt werden. Insgesamt muss der begonnene Abbau des Sanierungsstaus an der städtischen Infrastruktur (Straßen, Kanäle, Schulen, Kindertagesstätten, Sportstätten, etc.) konsequent weitergeführt werden. Zugleich ist durch einen weiteren Ausbau der Datennetze die digitale Zukunft sowohl für die Bürger Barsinghausens als auch für die lokale Wirtschaft sicherzustellen. Weiterhin finanziell verantwortungsvolles Handeln und eine gute Auslastung und Erweiterung unserer Gewerbeflächen sollen die weitere wirtschaftliche Gesundung von Barsinghausen ermöglichen. Bei der Bewältigung zukünftiger Aufgaben ist die interkommunale Zusammenarbeit, z.B. im Rahmen der ILE-Region, weiter auszubauen. Schließlich ist nach den Einschränkungen durch das Haushaltssicherungskonzept der ehrenamtliche Bereich zu stärken und zu unterstützten, sei es im sportlichen, kulturellen oder sozialen Bereich. Die Schaffung der Stelle eines hauptamtlichen Ehrenamtskoordinators, finanziert über die ILE-Region, soll dies beispielsweise flankieren.