Naturfreunde und DGB schlagen griechische Städtepartnerschaft vor

Im Rahmen einer Informations- und Diskussionsveranstaltung wurde auch humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung gefordert

Pöllath.

Michael Pöllath, Vorsitzender vom DGB und den Naturfreunden

BARSINGHAUSEN (red). „Auch wenn es viele nicht hören wollen: Die Beschlüsse der europäischen Institutionen führen zu einer weiteren Verschärfung der kontraproduktiven Sparpolitik in Griechenland, schaffen dort die Demokratie zu Gunsten eines Regimes der einseitig finanzpolitischen Zielen verpflichteten Troika ab und verschärfen die humanitäre Situation, insbesondere zu Lasten der Alten, Kranken und Kinder,“ fasst Wilfried Gaum die Ergebnisse einer Veranstaltung am vergangenen Donnerstag zusammen. „Die Europäische Union hat die reine Lehre durchgesetzt, aber davon können die Menschen nirgendwo leben, schon gar nicht in Griechenland. Unabhängig davon sind wir angesichts der katastrophalen Situation in der Krankenversorgung und bei anderen Sozialleistungen der Auffassung, dass es Zeit wird, konkrete humanitäre Hilfe für die Notleidenden dort zu organisieren.“ Der Referent des Abends, Dr. Gregor Kritidis, Sozialwissenschaftler und DGB-Referent aus Hannover, hatte aus eigener Anschauung über die Folgen der langjährigen Sparpolitik berichtet: „Es gibt in Griechenland keine Sozialhilfe und kein Hartz IV. Nach einem Jahr Arbeitslosengeld fallen die Menschen durch alle Roste – die Renten der Eltern und Großeltern sind dann die einzige Einnahmequelle für ganze Familien. Und die sollen jetzt nochmals gekürzt werden, nachdem sie bereits seit 2010 um 30% abgebaut wurden. Wie soll man so leben?“, fragte Kritidis. Michael Pöllath, DGB Vorsitzender und Vorsitzender der NaturFreunde Barsinghausen schlug angesichts dieser humanitären Krise vor, dass Barsinghausen eine Städtepartnerschaft mit einer Kleinstadt in Griechenland eingeht, um wie für Kovel konkrete Hilfe zu organisieren. Sybille Bruchmann-Busse ging das nicht weit genug:“Wir müssen ganz konkrete Hilfe leisten: Medikamente, Hilfsmittel, Austausch.“ So beschloss die Runde, für Donnerstag, den 6. August um 19:00 Uhr zu einer Versammlung in das Naturfreundehaus im Bullerbachtal einzuladen, bei der konkrete humanitäre Hilfen und weitere Aktionen zur Unterstützung der griechischen Menschen besprochen werden sollen. Wir freuen uns über jede Unterstützung und weitere interessierte Gäste an diesem Abend.

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