Naturschützerin Hannelore Owens: „Abriss des alten Sportheims ist wegen brütender Schwalben erst ab Oktober möglich“

KIRCHDORF (red).

Die Beschwerden der in Nachbarschaft zum ehemaligen Sportheim des TSV Kirchdorf lebenden Anwohner über den Müll und Bauschutt ist nachvollziehbar.“ sagt Naturschützerin Hannelore Owens aus Barsinghausen. Sie selbst habe bei der Stadtverwaltung vor geraumer Zeit eine Bitte um Abtransport des Mülls gebeten, der lange auf der Treppe vorm Eingang zum Sportheim lagerte. Ein sofortiger Abriss des Gebäudes sei aber aufgrund der unter der Traufe des Gebäudes brütenden Mehlschwalben nicht möglich. „Man muss sich schon bis Oktober gedulden, dann ziehen die Schwalben wieder gen Süden. Diese Vögel stehen unter Artenschutz, sie werden auf der Roten Liste unter der Kategorie 3 als gefährdet aufgeführt und dürfen weder in ihrem Brutgeschäft gestört werden, noch dürfen ihre Nester ohne besondere Genehmigung entfernt werden, egal, ob sie anwesend sind oder nicht.“ erklärt Owens. „Mehlschwalben sind standortstreue Vögel, sie suchen ihre angestammten Nester jedes Jahr zum Brüten wieder auf. Und an dem Sportheim haben sie seit Jahren gebrütet.“ berichtet Owens weiter. Sie habe die Schwalben dort jahrelang beobachten können. Dass sie sich dort wohlfühlen, sei u.a. dem Standort einer Pferdehaltung in unmittelbarer Nachbarschaft zu verdanken, denn dieses ziehe Insekten an; Nahrung sei also ‚um die Ecke‘.

„Durch den Abriss des Gebäudes werden die Mehlschwalben im kommenden Jahr ihre Brutstätten nicht mehr vorfinden und in der Nachbarschaft vergeblich nach einer Möglichkeit zum Brüten suchen. Aber vielleicht gibt es ja Hausbesitzer, die den glücksbringenden Vögeln durch Nisthilfen eine Brutstätte anbieten können?“ hofft Owens. Sie sei mit diesem Wunsch nicht allein, sie kenne einige Barsinghäuser, die Schwalben an ihren Häusern mit Nisthilfen ein Zuhause böten. „Und das macht Mut!“ sagt sie zuversichtlich und hofft auf die Bereitschaft der Anwohner, den Schwalben zu helfen.

Foto: Eric Neuling/NABU / ta