Naturschützerin Hannelore Owens mahnt: „Ausgleichsflächen für Feldlerche, Rebhuhn & Co sind mangelhaft“

BARSINGHAUSEN (red).

Nach einem halben Jahr seit der letzten Pressemeldung zu den im Kirchdorfer Flurbereinigungsverfahren als Brut- und Nahrungshabitat für Feldlerche und Rebhuhn ausgewiesenen Flächen meldet sich die Barsinghäuser Naturschützerin Hannelore Owens wieder zu Wort. Es sei keine Besserung der Bedingungen erfolgt. Im Gegenteil, die Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover (UNB) z.B. einer Mahd und/oder häckseln der Flächen für Feldlerche im ersten Quartal seien abermals missachtet worden. „Es wurde nicht gemäht, wo gemäht werden sollte und es wurde dort gemäht, wo keine Mahd durchgeführt werden sollte!“ moniert Owens. Während man die beiden Flächen für Feldlerche – eine nahe des Kirchdorfer Mühlbachs und die andere unweit des Kirchdorfer Kreisels – bis jetzt nicht mähte und damit die Auflagen der UNB ignorierte – verfilzte und wucherte die Vegetation ungehindert schulterhoch. Die Flächen seien somit als Bruthabitat für Feldlerchen ungeeignet und seien auch nicht angenommen worden. „Die Feldlerche war bereits im März vor Ort und zwar nicht auf den für sie vorgesehenen Ausgleichsflächen, wie ich mehrfach beobachten konnte, sondern in und über den bewirtschafteten Ackerflächen in der Nachbarschaft“, berichtet die erfahrene Naturschützerin. Hingegen sei bereits im Herbst letzten Jahres die gesamte Ausgleichsfläche für Rebhuhn und Feldlerche (in Stockbachnähe) abgemäht worden. „Auch das ist ein Verstoß gegen die Auflagen der UNB. Diese besagen, dass eine Mahd abschnittsweise alle 2 Jahre durchgeführt werden soll. Das Rebhuhn findet dort jetzt keine Deckung mehr und wird die Fläche als Brut- und Aufzuchthabitat nicht annehmen.“ prophezeit Owens.

„Ich empfehle den für die Unterhaltung der Fläche Zuständigen dringend, sich über das prämierte ‚Rebhuhnschutzprojekt im Landkreis Göttingen‘ zu informieren. Das Projekt wird von der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen e. V. durchgeführt und von der Universität Göttingen (Abteilung Naturschutzbiologie) wissenschaftlich betreut.“ Owens hat kürzlich einer Mitgliederversammlung  des NABU Hannover beigewohnt, auf der Dr. Eckhard Gottschalk vom Zentrum für Naturschutz der Uni Göttingen, über das Projekt referierte. Dabei erfuhr sie u.a. „Das Rebhuhn braucht Deckung gegen Fressfeinde, und diesen Schutz findet es in einjähriger Vegetation, die unten noch nicht verfilzt ist, aber nach oben Deckung bietet (vor Greifvögeln), insbesondere dann, wenn Küken geführt werden. Schneereiche Perioden sind die einzige Zeit im Leben der Rebhühner, in der sie wirklich auf Hecken mit guter Deckung am Boden angewiesen sind. Sonst reicht ihnen auch die Deckung von ungemähter, krautiger Vegetation.“ (Quelle: Göttinger Rebhuhnschutzprojekt von Eckhard Gottschalk und Werner Beeke / Link: www.rebhuhnschutzprojekt.de)

„Nach meinem Kenntnisstand obliegt die Unterhaltung dieser Flächen der Stadt Barsinghausen. Der für die Bearbeitung zuständige Sachbearbeiter hat in meinem Beisein an allen Ortsterminen und Begehungen diese Flächen betreffend teilgenommen. Es kann doch nicht so schwierig sein, die Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde zu verstehen und zu befolgen, zumal diese bereits im Jahr 2009 – vor 10 Jahren – allen am Flurbereinigungsverfahren Beteiligten ausgehändigt und mehrfach diskutiert wurden.“ ereifert sich Owens. Die Naturschützerin hat ihre Beanstandungen zur Unterhaltung dieser Flächen in der Vergangenheit bereits auf Bauausschuss-und Ratssitzungen der Stadt Barsinghausen geäußert und will sich nun mit einer Beschwerde an die Untere Naturschutzbehörde der Region Hannover wenden.

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