Neue Schiedsfrau: Michaela Zmija übernimmt Aufgaben von Günter Gottschalk

BARSINGHAUSEN (red).

Barsinghausens Erster Stadtrat Dr. Thomas Wolf (von links), Fachdienstleiterin Susanne Zeitz, Schiedsmann Jürgen Weiß sowie Amtsgerichtsdirektor Michael Gerdes (Zweiter von rechts) begrüßen die neue Schiedsfrau Michaela Zmija und bedanken sich bei dem ausgeschiedenen Schiedsmann Günter Gottschalk.

Michaela Zmija ist die neue Schiedsfrau im Schiedsbezirk I. Die Barsinghäuserin hat mit der Verpflichtung durch den Wennigser Amtsgerichtsdirektor Michael Gerdes jetzt offiziell die Nachfolge von Günter Gottschalk angetreten. „Ich freue mich auf die neuen Aufgaben. Als ausgebildete Kommunikationstrainerin und Mediatorin habe ich gelernt, wo ich ansetzen kann“, erklärte Zmija. Ihr Vorgänger hatte sich aus persönlichen Gründen nach zehn Jahren von den Aufgaben als Schiedsmann zurückgezogen. Amtsgerichtsdirektor Gerdes dankte Gottschalk für seine langjährige Tätigkeit in diesem für die Gemeinschaft vor Ort so wichtigen Amt. Insbesondere das große Engagement und die vielen Versuche, mithilfe direkter Gespräche vor Ort eine Lösung herbeizuführen, haben ihm immer wieder imponiert, würdigte Gerdes die Arbeit Gottschalks und überreichte ihm eine Dankesurkunde des hannoverschen Landgerichtspräsidenten Ralph Guise-Rübe. Gottschalk hatte in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 62 Schiedsverfahren abgeschlossen. „Darüber hinaus habe ich zwischen 200 und 240 sogenannte Tür-und-Angel-Gespräche geführt“, zog der Egestorfer Bilanz. Dank dieser direkten Gespräche vor Ort sei es ihm oft gelungen, den Streit beizulegen und ohne ein förmliches Schiedsverfahren auszukommen „Geduld haben, zuhören und die eigene Meinung zurücknehmen sind dabei wichtige Methoden gewesen“, ergänzte er. Ob wuchernde Brombeersträucher oder überhängende Äste: Der überwiegende Teil seiner Arbeit habe sich um Nachbarschaftsfälle gehandelt, blickt der ehemalige Schiedsmann zurück. Beleidigungen, Körperverletzung und andere Vergehen hätten hingegen die Ausnahme gebildet. Gleichwohl sei es ihm auch bei diesen Delikten gelungen, eine gütliche Einigung herbeizuführen. Der von Gottschalks Nachfolgerin betreut Schiedsbezirk I umfasst die Ortsteile Alt-Barsinghausen Egestorf, Kirchdorf und Langreder. Die anderen Ortsteile bilden den Schiedsbezirk II und werden von Jürgen Weiß betreut. Zu den Aufgaben der ehrenamtlich tätigen Schlichter gehört es, bei bestimmten zivil- und strafrechtlichen Tatbeständen ein sogenanntes Sühneverfahren durchzuführen. Erst wenn dieser Einigungsversuch fehlgeschlagen ist, darf beim Amtsgericht Klage erhoben werden. „Mit ihrer Arbeit sorgen die Schiedsleute für eine Entlastung der Amtsgerichte, denn sie tragen dazu bei, dass es bei viele Streitigkeiten gar nicht zum Prozess kommt“, hob Barsinghausens Erster Stadtrat Dr. Thomas Wolf hervor. „Zudem tragen sie maßgeblich zur Befriedung in den Kommune bei.“

Foto: Stadt