„Orange Day“: Auch die Polizei setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

REGION (red).

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen will am Donnerstag, 25. November, neben Initiativen aus Politik und Gesellschaft auch die Polizeidirektion Hannover Zeichen setzen. Abseits von ganzjährig laufender Präventionsarbeit beteiligt sich die Polizei an diesem Tag an diversen Aktionen und bietet Beratung vor Ort. Bereits seit 40 Jahren organisieren Menschenrechtsorganisationen am 25. November weltweit Aktionen und Kampagnen, um damit auf Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen, die Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt sind. Um ein deutlich sichtbares Zeichen zu setzen, sollen an diesem Donnerstag anlässlich des als „Orange Day“ bekannten Aktionstages auch in der Landeshauptstadt Hannover und der Region markante öffentliche Gebäude orangefarben angestrahlt werden. Die Farbe Orange gilt dabei als Sinnbild für Licht und Wärme. Sie steht in den Augen der Initiatoren für eine positive Zukunft und für die Hoffnung auf ein gewaltfreies Leben. Vertreter der Polizeiinspektionen Hannover, Burgdorf und Garbsen wollen am Donnerstag bei verschiedenen Aktionen unterstützen beziehungsweise Präsenz zeigen. Zudem sind Beratungsangebote an Informationsständen geplant. Präventionsexperten der Polizeidirektion Hannover nehmen anlässlich des „Orange Day“ darüber hinaus an Fachtagungen zu den Themen „Femizide“ und „Kinder im Spannungsfeld von Häuslicher Gewalt“ teil.

In Hannover können Interessierte am Donnerstag an verschiedenen Örtlichkeiten mit dem Kontaktbereichsdienst des Polizeikommissariats Hannover-Limmer ins Gespräch kommen und Informationen zum Thema erhalten. Von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr sind die Beamtinnen und Beamten im Bereich der Limmerstraße vertreten. Von 12:30 Uhr bis 15:30 Uhr sind zudem persönliche Gespräche an Infoständen auf dem Hof der Neustädter Hof- und Stadtkirche, Rote Reihe 6, sowie von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr gemeinsam mit dem Kulturtreff „Plantage“ auf dem Davenstedter Markt möglich. Im Bereich der Polizeiinspektion Burgdorf unterstützt das Präventionsteam eine Ankreideaktion der Stadt. Im Rahmen dieser sollen kurze Sätze, die auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen, mit Kreide auf Straßen und Plätze geschrieben werden. Außerdem soll auf Hilfsangebote hingewiesen werden. Dasselbe gilt für eine Hotline des Arbeitskreises Häusliche Gewalt der Stadt Burgdorf, in dem sich auch die Polizei engagiert. Von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr sind unter der Telefonnummer 05136 898-270 auch anonyme und vertrauliche Beratungen möglich. Im Zuständigkeitsgebiet der Polizeiinspektion Garbsen werden Angehörige des Präventionsteams beim Hissen der Fahne der Organisation „Terres de Femmes“ Präsenz zeigen und so ein Zeichen setzen.

Nach wie vor verzeichnet auch die Polizeidirektion Hannover jährliche mehrere Tausend Fälle jeglicher Formen sexualisierter, digitaler, physischer und psychischer Gewalt gegen Frauen. Allein im Bereich Häusliche Gewalt flossen im vergangenen Jahr mehr als 4.400 Fälle in die Polizeiliche Kriminalstatistik ein. Nach dem starken Anstieg vom Jahr 2018 (4.151) auf 2019 (4.417 Fälle) blieb die Fallzahl somit auf einem hohen Niveau.

„Ursächlich für die hohe Zahl könnte das positive Anzeigeverhalten von Betroffenen, aber auch Nachbarn sein, das wiederum auf entsprechende Präventionsarbeit der Polizei zurückzuführen ist“, erklärt Markus Häckl, Leiter des Dezernates für Kriminalitätsbekämpfung und Prävention der Polizeidirektion Hannover. So startete die Polizeidirektion Hannover im vergangenen Jahr die Kampagne „#schlussdamit! Häusliche Gewalt ist keine Privatsache“. Grundlage bildet hier die interdisziplinäre sowie überörtliche Vernetzung in Gremien und Netzwerken, um bei Bekanntwerden entsprechender Fälle ein reibungsloses und schnelles Einschreiten sicherzustellen. Ganz aktuell engagiert sich die Polizeidirektion Hannover im Kommunalen Präventionsrat, der erst im Oktober dieses Jahres das Jahresmotto „Hannover ist stärker als Gewalt – für sichere Familien in unserer Stadt“ ausgerufen hat.