Paraden von Recken-Torhüter Martin Ziemer sichern den Sieg

HANNOVER-BURGDORF (red).

Schon Minuten vor dem Abpfiff feierten die Fans der TSV Hannover Burgdorf mit „Martin, Martin“ Rufen ihren Torhüter. Mit seinen Paraden rettete Martin Ziemer den Recken am Donnerstag im Topspiel der Bundesliga den 26:25 (10:15)-Sieg gegen die Füchse Berlin. Ziemer, dessen Vertrag nicht verlängert wird, kommentierte die Beifallsbekundungen trocken: „Ich nehme die Blumen gerne. Vielleicht kann ich mich ja als Torwarttrainer empfehlen.“ Am Ende hatten die Recken Glück, dass der letzte Wurf von Fabian Wiede vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang. Das Glück des Tüchtigen nach einer tollen zweiten  Hälfte. Während auf dem Feld die Party abging, rannte Geschäftsführer Eike Cohrsen durch die Katakomben und ballte die Faust.

Als die Gäste nach einer wilden zweiten Hälfte einen Fehlpass von Morten Olsen fünf Minuten zum 25:24 nutzen und Kai Häfner in Gegenzug an Silvio Heinevetter scheiterte, schienen die Punkte futsch. In den letzten fünf Minuten vernagelte Ziemer sein Tor. Häfner traf zum 25:25 und Fabian Böhm warf die Recken nach einer Energieleistung 108 Sekunden vor Schluss mit 26:25 das erste Mal in Führung. Nach zwei weiteren Blitzreflexen von Ziemer hatte Timo Kastening die Entscheidung in der Hand scheiterte zwar an Heinevetter, doch das tat nicht mehr weh.

Was für eine Wende des Spiels. Nach 29 Sekunden gab es die erste Schrecksekunde für Berlin, als Paul Drux ohne Fremdeinwirkung umknickte. Das Spiel sah danach dominierende Gäste. Die Recken hatten zu wenig Tempo und Tiefe im Angriff. Die Füchse trafen dagegen nach Belieben und zogen 9:5 (14.) davon. Dann fand Hannover ins Spiel. Ziemer parierte zwei Siebenmeter und endlich war Tempo in der Offensive. Doch Evgeni Pevnov und Morten Olsen vergaben in der 20. Minute binnen weniger Sekunden zwei hundertprozentige Chancen zum möglichen 10:11. Weil Silvio Heinevetter heiß lief und Timo Kastening zwei weitere freie Würfe abkaufte, hieß es Sekunden vor der Pause 9:15. Das größte Problem in  Durchgang eins waren aber die technischen Fehler. Allein Fabian Böhm, der nach seiner Verletzung noch nicht in WM-Form war, verlor dreimal unnötig den Ball.

„Wir haben Hannover dann aufgebaut, weil wir viele klare Bälle verworfen haben“, ärgerte sich Berlins Trainer Velimir Petkovic. Allerdings kam die Mannschaft von Carlos Ortega wie verwandelt aus der Kabine. Christian Ugalde glich zum 17:17 (37.) aus und die Fans tobten. Nach dem 19:19 (40.) von Morten Olsen verloren die Recken wieder den Faden. Fast zehn Minuten gelang kein Tor und die Füchse führten wieder 23:20 (50.). Die Vorentscheidung? Einer hatte was dagegen und der hieß Martin Ziemer.

Foto: Uwe Serreck