“Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung werden im Corona-Stufenplan 2.0 nicht berücksichtigt”

Der Sozialverband fordert Nachbesserungen

NIEDERSACHSEN/REGION (red). Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen kritisiert den von der niedersächsischen Landesregierung vorgelegten Stufenplan 2.0. Dieser soll Corona-Schutzmaßnahmen und Lockerungen für 40 Bereiche des öffentlichen Lebens regeln, berücksichtigt jedoch an keiner Stelle die Situation von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung. Der SoVD appelliert an die Landesregierung, ihren Entwurf dringend zu überarbeiten. „Um Heimbewohnern, aber auch Besuchern und Heimpersonal, größtmöglichen Schutz zu bieten, müssen Pflegeheime als eigener Punkt in den Stufenplan 2.0 aufgenommen werden. Es muss klar ersichtlich sein, welche Maßnahmen für sie ab welchen Inzidenzwerten greifen“, fordert Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Trotz des Impfangebots in den Heimen sei dies erforderlich, da viele Bewohner und Angestellte noch nicht geimpft werden konnten oder das Angebot nicht angenommen haben. „Bereits in den vergangenen Monaten haben die Heimleitungen die Maßnahmen ganz unterschiedlich ausgestaltet, da die Landesregierung sie mit unverbindlichen Empfehlungen zu Besuchsregeln oder Schnelltests alleingelassen hat. Die Verantwortung darf nicht erneut an sie abgetreten werden“, mahnt Sackarendt. Diese verlässlichen Vorgaben im Stufenplan brauche es ebenso für Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Nur so könne der besonders schutzbedürftigen Gruppe Orientierung im Alltag gegeben und ihre Sicherheit gewährleistet werden. Der SoVD-Vorsitzende bemängelt außerdem, dass die Landesregierung die Inklusion gänzlich vergessen hat: „Im Stufenplan fehlen Konzepte, ab welchen Inzidenzwerten eine Schulassistenz möglich ist und wie eine Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen im Distanzunterricht garantiert wird.“ Er fordert von der Landesregierung zudem Vorschläge, wie Eltern entlastet werden, sollten aufgrund des Infektionsgeschehens die inklusiven Unterstützungsleistungen nicht realisierbar sein.