Ratsmehrheit will Neubau der Wilhelm-Stedler-Schule am jetzigen Standort noch in diesem Jahr beschließen

Auch die Lehrer und der WSS-Elternrat sprechen sich für den Verbleib an gleicher Stelle aus / Verwaltung empfiehlt Neubau auf BBS-Gelände im Jahr 2020

IMG_8994BARSINGHAUSEN (ta). Entgegen einer Empfehlung der Verwaltung will die rot-grüne Ratsmehrheit den Neubau der Wilhelm-Stedler-Grundschule am jetzigen Standort realisieren und einen dementsprechenden Beschluss des Rates noch in diesem Jahr herbeiführen. Bürgermeister Marc Lahmann hatte zuvor auf die Wirtschaftlichkeitsprüfung der Verwaltung hingewiesen, nach der der Neubau auf dem Gelände der Bert-Brecht-Schule kostengünstiger wäre. Dort sollte der Baubeginn erst im Sommer 2020 beginnen, so der Verwaltungschef, der ausdrücklich betonte, dass er eine gleichzeitige Beschulung von BBS- und WSS-Schülern in der Brechtschule momentan für pädagogisch unverantwortlich halte. SPD und Grüne hatten zuvor Einsicht in die maßgeblichen Akten beantragt und widersprachen auf deren Grundlage der Darstellung Lahmanns. Die Akten belegten, dass beide Neubauvarianten relativ kostengleich seien, so SPD-Vorsitzender Reinhard Dobelmann. Geklärt werden müsse noch, wo künftig die Stadtbücherei angesiedelt werden solle, sagte er. SPD-Ratsherr Thomas Wittschurky bekräftigte, die Ratsmehrheit würde gegebenenfalls für den Neubau der WSS am jetzigen Standort auch Mehrkosten in Kauf nehmen. Den BBS-Standort stufte er als nachteilig ein, weil die Schüler dann für den Weg zur Glück-Auf-Halle mindestens eine Straße überqueren müssten und das Heizkraftwerk in der Sporthalle nicht mehr für die Stedlerschule genutzt werden könnte. Wittschurky bemängelte zudem, dass die Ratsmehrheit erst am vergangenen Freitag Akteneinsicht gewährt worden sei. Nun brauche man Zeit, um die Berechnungen der Verwaltung im Detail nachvollziehen zu können. FDP-Fraktionsvorsitzender Bernhard KLockow bezeichnete das Beharren der SPD als „rumpelstilzchenhaft“. Er plädierte dafür, das BBS-Gelände nach dem Auslaufen der Förderschule für den Neubau zu nutzen und das jetzige WSS-Gelände zur Aufbesserung der Stadtkasse zu vermarkten. Klockow bezweifelte zudem, dass ein dreizügiger Schulbetrieb der WSS auf dem jetzigen Gelände möglich sei, denn immerhin sei ein Ankauf eines zusätzlichen Grundstücks der Klosterkammer gescheitert. Kerstin Beckmann (Aktiv für Barsinghausen) sagte, ihre Fraktion habe sich noch nicht für einen neuen Standort entschieden. Der Vorsitzende des WSS-Elternrates, Andreas Lorch, betonte, man stehe einer gleichzeitigen Beschulung während der Neubauphase zwar skeptisch gegenüber, präferiere aber den jetzigen Standort. WSS-Schulleiterin Heidrun Otto meinte Eltern und Lehrer könnten zwar mit beiden Standorten leben, allerdings zögen die Lehrer den jetzigen WSS-Standort vor – auch weil dann der Weg zur Glück-Auf-Halle nicht so weit wäre. Außerdem forderte Otto die Parteien zum Dialog auf. Diesem Rat wollen die Politiker offensichtlich folgen. Noch in der Sitzung wurden zumindest gemeinsame Gespräche der Parteien mit der Verwaltung und den Schulen vereinbart.

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