HANNOVER-BURGDORF (red).
Nach einem dramatischen Spiel trennte sich die TSV Hannover 30:30 (14:15) vom TBV Lemgo. Nach drei Heimpleiten in Folge war es immerhin ein Zähler. Am Ende brachten sich die Recken selber um den Sieg. Lemgo hatte im Zeitspiel nur noch den letzten Pass, als Trainer Florian Kehrmann die Auszeit nahm. Danach befand sich die Deckung der Hausherren im Tiefschlaf, der nur drei Sekunden später fiel das Tor zum Endstand. Es blieben 50 Sekunden Juan Carlos Pastor setzte mit dem siebten Feldspieler gegen fünf Lemgoer Abwehrspieler alles auf eine Karte. Am Ende ohne Erfolg, denn die Hannoveraner standen sich selber auf den Füßen. Dabei war vorher alles bereitet. Ausverkaufte ZAG-Arena, tolle Stimmung und ein perfekter Start. Nach 97 Sekunden trafen Renars Uscins und Leif Tissier zum 2:0. Lemgo glich zwar schnell aus, doch die Anfangsphase gehörte den Gastgebern. Der verletzungsbedingte Ausfall von Spielmacher Marian Michalczik war kein Problem. Die Abwehr hielt sogar in Unterzahl stand und Justus Fischer erhöhte im Gegenzug auf (13.). Nach Kehrmanns Auszeit ging der Schwung verloren. Wobei – das Problem war in der Folge wie so oft in der bisherigen Saison der Abschluss. Dazu bekam Joel Birlehm kaum noch etwas zu fassen. Der eingewechselte Urh Kastelic machte indes das Lemgoer Tor zu. Geradezu fahrlässig, was die TSV verballerte. Allein dreimal wurde frei vor dem Tor das Standbein des Keepers getroffen.
Ganz wichtig: Sekundenbruchteile vor der Pausensirene verkürzte August Pedersen auf 14:15, wobei die Schiedsrichter erst nach Videobeweis korrekterweise auf Tor entschieden. Die zweite Hälfte begann mit zwei Monsterparaden Birlehms nach dem Geschmack der 9900 Fans, doch die Probleme der ersten Hälfte blieben. Hannover nutzte seine Chancen nicht und machte die wenigen Fehler zur Unzeit. Zwei Gegenstoßchancen wurden durch Ballverluste verdaddelt, dazu ließ Birlehm drei leichte Bälle durch die Hosenträger rutschen. Lemgo, dem mit Lukas Hutecek ebenfalls einer seiner besten fehlte, spielte keine Sterne vom Himmel, machte aus dem 22:22 (43.) acht Minuten vor dem Ende wieder eine 27:25-Führung. Dann der nächste Dämpfer. Lukas Stutzke sah nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Doch die Recken kämpften und drehten mit Unterstützung ihrer Fans den Rückstand. Schade, dass es nicht zum Sieg reichte.
Bericht: Uwe Serreck