Interimslösungen dürften die geplanten Neu- und Erweiterungsbauten in Seelze, Wunstorf und Barsinghausen nicht ersetzen
BARSINGHAUSEN/REGION (red). Seit Jahren ist bekannt, dass die regionseigenen Förderschulen für Geistige Entwicklung (GE) von immer mehr Schülerinnen und Schülern besucht werden. Nicht selten werden mehr als doppelt so viele Schülerinnen und Schüler in den Schulen unterrichtet, als laut Raumkonzept vorgesehen sind. Das geht zu Lasten von Fach- und Differenzierungsräumen, und mitunter werden sogar Lehrerzimmer zu Klassenräumen umfunktioniert. Bisher hat die Spitze der Regionsverwaltung dieses Problem ignoriert. Da die Raumnot vor Ort immer größer wird, wird nun eilig nach Lösungen gesucht. Aktuell wird geprüft, ob die frei werdenden Räume der Bert-Brecht-Schule in Barsinghausen zur Entlastung der Paul-Moor-Schule in Wunstorf und der Janusz-Korczak-Schule in Springe beitragen können. Wichtig hierbei zu beachten ist, dass die Wege zu einer möglichen Außenstelle der Förderschulen für die Schülerinnen und Schüler zumutbar sein müssen. Der Gruppenvorsitzende und schulpolitische Sprecher Bernward Schlossarek erklärt hierzu: „Es handelt sich um einen interessanten Ansatz, der zur Entlastung der Kinder unbedingt geprüft werden muss. Klar ist allerdings auch, dass das Raumkonzept auf die Bedürfnisse der GE Schülerinnen und Schüler zugeschnitten sein muss.“
Weiter führt Schlossarek aus: „Dieses Provisorium darf keine Dauerlösung sein. Diese Interimsnutzung ersetzt auf keinen Fall die geplanten Schulneu- bzw. Erweiterungsbauten in Barsinghausen, Wunstorf und Seelze.“ Der am Dienstag in der Regionsversammlung gefasste Grundsatzbeschluss zur Gründung einer Schulbau GmbH, die den Bau von Schulgebäuden effizienter gestalten soll, ist aus Sicht der Gruppe CDU/FDP dabei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Es ist geradezu grotesk, dass der Bau von Schulgebäuden und Turnhallen für den Schulträger Region Hannover mittlerweile 15 Jahre dauert“, führt Schlossarek mit Blick auf die Sporthalle der Alice-Salomon-Schule aus. „Die Regionsverwaltung muss endlich eine Roadmap zu den nötigen Schulbauten und ein Finanzierungsmodell vorlegen. Bisher fehlt der politische Wille in der Regionsspitze, die Schulbauten zu priorisieren, und darunter leiden die Kinder in den Förderschulen jeden Tag“, fasst Schlossarek seine Forderung zusammen.
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